Osterburg l Weil der 36. Altmarklauf coronabedingt ausfallen musste, disponierten die Organisatoren aus den Reihen der Osterburger Lauffüchse um und brachten ihn am Sonntag als virtuellen beziehungsweise Individuallauf über die Bühne. Zu den 115 gemeldeten Teilnehmern zählte auch der Calberwischer Guido Obara. Aber: „Ich laufe heute nur für den ,X-Mass Run‘ in Hamburg.“ Der Spaß sollte den Ärger über die Absage wettmachen. „Der Lauf für Osterburg war ja im November bereits geplant. Ich hatte mich dann für Hamburg im Dezember angemeldet. Da Osterburg aber leider auf dasselbe Datum wie Hamburg verschoben wurde, kann ich im Endeffekt nur für einen laufen“, erklärte der Freizeitsportler.

„Doch auf St. Pauli darf ebenfalls aufgrund der aktuellen Situation die Veranstaltung nicht stattfinden und nur virtuell ausgetragen werden.“ Heißt im Klartext: Bei den genannten Wettbewerben kann bei einer Teilnahme überall auf der Welt dafür gelaufen werden. Guido Obara gestaltete somit seinen persönlichen Streckenverlauf von 5,2 Kilometern quer durch die Osterburger Innenstadt und ging dabei für den Hamburger Verein „Pirate“ an den Start. „Die Route führte unter anderem an der Schwiegermutterbrücke entlang, dem Biesebad, der Nicolai-Kirche und der Breiten Straße. Da hatten wir dann auch verschiedene Belagwechsel zu absolvieren.“

Mit dabei war sein Lauffreund Thomas Marek aus dem brandenburgischen Weisen: „Ich laufe erst seit gut einem Jahr. Guido hat mich dazu animiert.“ Der Prignitzer brachte zudem seine Nachbarin Silke Jestram mit, die sich am Nikolaustag ebenfalls auf die Strecke begab. Zusammen schmiss sich das Trio in ein auffälliges Weihnachtsoutfit und zog die Blicke auf sich. „Es gab hupende Autofahrer und leuch- tende Kinderaugen. Selbst für spontane Selfies war Zeit“, erzählte Guido Obara nach dem Zieleinlauf. Lebensgefährtin Doreen Köhler zeigte sich für den organisatorischen Teil verantwortlich und nahm mit den Kindern Max, Piet Ole und Bastian ebenfalls am Lauf teil, sie ließen es beim Tempo aber gemächlicher angehen. Der Screenshot einer Lauf-App oder -Uhr ist für den Veranstalter ausreichend und Beweis genug, um die gelaufenen Ergebnisse anschließend festzustellen und einzuordnen. „Wir haben alle unseren Spaß gehabt,“ fasste Guido Obara zufrieden zusammen.

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