Wanzer/Aulosen (rfr) l Mit der Volksweisheit „Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis“, könnte eine haarsträubende Szene umschrieben werden, die Hans-Jörg Steingraf vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) am Sonnabendnachmittag (13. Februar) bei Aulosen beobachtet hat.

Bei seiner Kontrolltour entlang der Deiche und technischen Hochwasserschutzanlagen im Norden des Landkreises Stendal entdeckte der Osterburger Flussbereichsleiter nämlich zwei Männer, die einen Steinwurf weit entfernt von der niedersächsischen Grenze den zugefrorenen Aland überquerten. Von seinen Warnrufen zeigten sich die Ausflügler offenbar unbeeindruckt.

Männer ignorieren Gefahr

Die Männer ließen sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen und ahnten nichts von der Gefahr, in die sie sich begaben beziehungsweise sie ignorierten diese. Denn während dieser Tage auf flachen und stehenden Gewässern Schlittschuhläufer vergleichsweise sicher ihre Runden auf kompaktem Eis drehten, ist die gefrorene Schicht auf dem Fluss nicht zuletzt durch Pegelstandsänderungen viel brüchiger.

Was den beiden Eisgängern wohl nicht bewusst war, aber zum Einmaleins des Flussbereichsleiters gehört, ist die Tatsache, das der Fluss in Höhe der Alandbrücke bis zu drei Meter tief ist und die Stelle derzeit in der Sekunde rund sechs Kubikmeter Wasser passieren, so Steingraf mit Verweis auf die hohe Strömungsgeschwindigkeit. Letztere würde eine Person bei einem Einbruch schnell unter das Eis und von der Unfallstelle wegziehen. Nächste eisfreie Auftauchstation wäre derzeit das rund drei Kilometer entfernte Schnackenburg, wo der Aland in die Elbe mündet.