Groß Garz l Noch verordnen die Silvesterferien den Unterrichtsräumen und Fluren der Grundschule Groß Garz Ruhe. Aber wenn am kommenden Montag, 7. Januar, nach knapp dreiwöchiger Auszeit wieder der Unterrichtsalltag beginnt, werden sich Schüler und Lehrer einmal mehr freuen, mit ihrem „Bufdi“ Richard Mewes einen derart guten Fang gemacht zu haben.

Für den jungen Mann aus Deutsch schließt sich mit dem Bundesfreiwilligendienst seit August 2018 kurz nach dem Bestehen seines Abiturs quasi ebenso ein Kreis wie für Schulleiter Gerald Werner, der die Volksstimme auf den „Glücksfall für die Einrichtung“ aufmerksam machte. Denn beide kennen sich schon aus der Zeit, als der Enkel des letzten Osterburger Landrates, Karlheinz Mewes, von 2006 bis 2010 noch selbst die Schulbank in Groß Garz drückte.

Studienfach steht fest

Gerald Werner schätzt die Persönlichkeit seines ehemaligen Schützlings, der bei aller Ruhe eine natürliche Autorität ausstrahlt, die auch die Kolleginnen sowie Kollegen auf Zeit schätzen, die aber offenbar auch sehr gut bei den Mädchen und Jungen der vier Klassenstufen ankommt, die er im Unterricht begleitet. Der Schulleiter macht kein Hehl daraus, dass er nicht dagegen hätte, wenn sich der Kreis in ein paar Jahren noch einmal schließen würde. Dann, wenn Richard Mewes sein Studium auf Lehramt absolviert hat.

Dass er mit Kindern arbeiten und Grundschullehrer werden will, stand für den Deutscher schon vor der Halbzeit seines Freiwilligendienstes in Groß Garz fest. Womit sich die Maßnahme in dem Fall auch bei der Berufsorientierung bewährt hat. Die Praktika, die er in seiner Gymnasiumszeit absolviert hat, waren in der Beziehung indes ebenfalls nützlich. Da lernte er zumindest, welchen Berufsweg er nicht einschlagen möchte.

Ob er sich einmal als frisch gebackener Pädagoge wirklich um eine Stelle in Groß Garz bemüht, lässt Mewes offen. So verlockend die räumliche Nähe vom Heimatdorf zum Arbeitsort wäre, hätte sie auch Nachteile. Zum Beispiel, dass man auch nach Feierabend zu sehr als Lehrer wahrgenommen wird. Was er schon jetzt bemerkt, wenn er als aktiver Fußballer beim Kreisoberligisten SV Krüden/Groß Garz am Wochenende vielen der Grundschüler über den Weg läuft. Was Gerald Werner bestätigt, der täglich zwischen Arendsee und Groß Garz pendelt.

Anreiz könnte besser sein

Aber bis dahin fließt noch viel Wasser den Zehrengraben hinunter. Fest steht allerdings, dass gute Pädagogen auch in vier oder fünf Jahren an vielen Schulen noch gefragt sein dürften. Den Freiwilligendienst kann Mewes jedem weiterempfeheln. Nur einen Wunsch hätte er für künftige Bufdis: Der finanzielle Anreiz sollte etwas größer sein.