Osterburg l Zum 14. Mal fand in Osterburg eine Frauenlesenacht statt, als Beitrag der Kreisvolkshochschule zu den 18. Osterburger Literaturtagen. Deren Leiterin Sabine Krüger und die Osterburger Schriftstellerin Diana Kokot, die die Veranstaltung moderierte, konnten viele Zuhörerinnen begrüßen. Kokot freute sich, neben „vielen bekannten Gesichtern unter den zwölf Vorleserinnen auch solche besonders herzlich willkommen heißen zu können, die das erste Mal ihre Texte vorstellen“ wollten.

Die Autorinnen sind aus der gesamten Altmark, auch aus Halle und drei von ihnen sogar Düsseldorf angereist. Kokot erinnerte an den Initiator der Veranstaltungsreihe Manfred Güßfeld, der vor zehn Jahren viel zu früh verstorben war. Der damalige Leiter der Stadt- und Kreisbibliothek hätte vor 15 Jahren ihre Idee einer Frauenlesenacht im Rahmen der Olita begeistert aufgegriffen und sie zu einer nun ständigen Einrichtung gemacht.

Frauenlesenacht

Die Frauenlesenacht ist immer einem bestimmten Thema gewidmet, dieses Mal „Die Musik meines Lebens“. Dieses Thema sei ihr schon längere Zeit im Kopf herumgegeistert, sagte Diana Kokot zur Einführung. „Musik ist für mich auch immer Inspiration zu neuen Texten“, erklärte sie und zitierte Martin Luther: „Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht.“ Zwischen den Texten und im Beitrag von Sigrid Rothe aus Osterburg spielte Pauline Woop, Schülerin der 12. Klasse im biesestädtischen Markgraf-Albrecht-Gymnasium der Biesestadt, auf der Violine; sie begleitete die Frauenlesenacht schon zum dritten Mal.

Bilder

So lasen die zwölf Frauen in der Bibliothek Geschichten, die, in Verbindung mit den von ihnen mitgebrachten Musikstücken, ihr Leben geprägt oder zumindest beeinflusst hatten. Da dabei zumeist sehr persönliche Lebenssituationen und Emotionen zu Tage traten, soll mit Rücksicht auf die Schreiberinnen die weitere Öffentlichkeit von diesen Bekenntnissen ausgespart bleiben. Es gehört schon viel Mut dazu, überhaupt solche Dinge sogar im kleineren Kreise vorzutragen.

Was hatte Daniela Röding, Ursula Huppertz und Cornelia König bewogen, zur Frauenlesenacht von der Düssel an die Biese zu kommen? Ursula Huppertz, Lehrerin im vorzeitigen Ruhestand, berichtete: „Daniela arbeitet in einer privaten Arztpraxis und leitet unter anderem Entspannungsübungen. Da haben Cornelia und ich sie kennen gelernt und sind Freundinnen geworden. Daniela stammt aus Osterburg und hatte uns für die Lesung eigener Geschichten quasi ins Schlepptau genommen.“

Ursula Märtens gehört seit zwölf Jahren zur von Diana Kokot geleiteten Salzwedeler Schreibgruppe „Federleicht“ Die Musik der Puhdys wie beispielsweise der Song „Alt wie ein Baum“ und ein argentinischer Tango gehören zu den Stationen ihres Lebens. Sigrid Rothe hatte das Zwischenspiel aus dem Balett „Der Goldene Pavillon“ von Hans Hendrik Wehding in ihr Herz geschlossen. Und so hatte jede der Leserinnen auf besondere Weise Bekanntschaft mit der Musik ihres Lebens gemacht.