Osterburg l Es gibt Menschen, denen hört man gern zu, die können‘s einfach: reden. Dazu gehört auch Lothar Jähn. Besser bekannt als Sonderbeauftragter der Partnerstadt Oerlinghausen für die Osterburger Literaturtage. Seit Jahren erfreut Jähn während der Kulturreihe mit seinen Geschichten, beschenkt die Bibliothek und unterhält gemeinsam mit seiner Frau Ulrike tags darauf im Kindergarten die jüngsten Altmärker mit Gitarre in der Hand und ganz viel Elan.

Diesmal kam er von der Poesie zum Poesiealbum und erinnerte an den Spruch „Rosen, Tulpen, Nelken“. Heutige Sprüche hätten integrativen Charakter. „Dies schrieb dir deine Allah Allah beste Freundin“, zitierte Jähn. Früher hieß es eher: „Liebe Erna, merk‘ es dir genau: Werde nie ne Ehefrau! Vor der Ehe pflückst du Rosen, in der Ehe flickst du Hosen.“ Bibliothekschefin Anette Bütow konnte sich bei der Gelegenheit über zwei neue Bücher freuen. Während der Besuch des Oerlinghauser Bürgermeisters Dirk Becker noch aussteht, hatte Lothar Jähn in diesen Tagen den Vorsitzenden des Fördervereins der Oerlinghauser Bibliothek an seiner Seite, Bernd Meyer.

„Ich werde im nächsten Jahr vielleicht noch einmal den offiziellen Teil übernehmen. Dann bin ich 80 und komme nur noch privat“, kündigte Jähn an. Wer sich gefragt hat, wie es kommt, dass der Oerlinghauser jahraus jahrein eine Geschichte vom Enkel auspacken kann, sei informiert: der Älteste ist inzwischen 18, der Jüngste 6. Dieser antwortete neulich erst seinem Opa auf die Frage, wie denn der Kindergeburtstag gewesen wäre: „Opa, das war der beste Kindergeburtstag ever!“

Auch Christian Sasse, bei dem die Oerlinghauser Bernd Weidtmann und Jörg Czyborra vor ein paar Jahren in Hindenburg zum Beispiel mit einem Goethe-Programm gastierten, freut sich über Geschichten, die das Leben schreibt, und den guten Kontakt. Spontan lud er die Gäste aus der Partnerstadt nach dem Besuch im evangelischen Kindergarten zum Essen ein. Nico Schulz kam mit seiner Familie durch die partnerschaftliche Freundschaft im Frühjahr sogar zu einem ostwestfälsichen Spargelschmaus bei Jähns und dem Zapfenstreich des Schützenvereins.

Es bleibt zu hoffen, dass die Oerlinghauser noch lange gesund bleiben und den Kontakt pflegen können. Denn eins steht fest: An der guten Freundschaft zwischen den Partnerstädten haben Jähns einen Bärenanteil, sind die Gastgeber der Literaturtage überzeugt.