Walsleben l Ernst Jesse ist empört. Der Walslebener Landwirt entdeckte die illegal entsorgten Asbestplatten und hofft, dass der Fall aufgeklärt wird. Dafür lobt der 73-Jährige eine Belohnung von 500 Euro aus, wenn die Hinweise dazu führen sollten, dass die oder der Umweltfrevler an den Pranger gestellt werden.

Als Ernst Jesse am späten Donnerstagnachmittag die durch den Sturm verursachten Schäden in Augenschein nehmen wollte, stieß der Landwirt am Ziegeleiweg auf die dort liegenden Asbestplatten. Und war sofort außer sich. So etwas müsse bestraft werden. Anhand der Autospuren sei erkennbar gewesen, dass die Umweltsünder den Weg nach Osterburg einschlugen. Jesse vermutet, dass die „Müllablader“ auch aus der Region stammen. Nicht nur er würde sich freuen, wenn Hinweise der Bürger diese überführen würden. Der Walslebener verständigte das Osterburger Ordnungsamt, und dessen Leiter Matthias Frank machte sich ebenfalls ein Bild von dem in Eigentum der Gemeinde gelegenen Platz nahe des Ortseingangs aus Richtung Düsedau kommend.

Stapelweise liegen dort die Asbestplatten. „Das ist ja mehr als ein normales Hausdach hat“, kommentierte Rüdiger Kraus, Vorsitzender der im Nachbarort Düsedau sitzenden Agrargenossenschaft, der diese Probleme der illegalen Müllentsorgung bestens kennt. Auch an den eigenen oder an den verpachteten Flächen des landwirtschaftlichen Unternehmens wurde Müll abgeladen – und auf die Kosten bleibt die Agrargenossenschaft sitzen. Selbiges würde auf die Gemeinde Walsleben (Hansestadt Osterburg) zutreffen. Jesse glaubt, dass die Umweltsünder mit einem Kleintransporter vorfuhren. Das würden die Reifenspuren zeigen. Sie hatten vermutlich vor, die Asbestplatten etwas weiter als rund 100 Meter von der Hauptstraße entfernt zu entsorgen. Aber ein durch das Sturmtief gefallener Baum im Ziegeleiweg hätte ihnen den Weg versperrt und an die Weiterfahrt gehindert.

Ordnungsamtsleiter Matthias Frank wird den Fall an die Polizei weiterleiten. Insgesamt bewertet er die Fälle der illegalen Müllentsorgung in der Einheitsgemeinde als nicht allzu drastisch. „Eigentlich geht es noch.“ Bürger, die etwas bemerkt haben, sollten sich an die Polizei wenden.