Osterburg l Direkt an der Zufahrtstraße zur Stadtrandsiedlung hat sich für Müllsünder offenbar ein neuer „Abladeplatz“ etabliert. Aber auch die unweit gelegenen Bürgertannen werden genutzt, um illegal Müll zu entsorgen. Dort machte es zuletzt fast den Anschein, als wenn jemand seine Wohnung renoviert hatte. Möbellreste, Malermaterial oder auch Elektroschrott, wurden einfach an den Weg geschmissen. Dabei befindet sich die Annahmestelle der Osterburger Stadtwerke gerade einmal etwa 300 Meter entfernt.

Die Abfälle verunstalten nicht nur die Landschaft. Sie belasten die Natur, gefährden die Umwelt und bergen Gefahren für die im Wald lebenden Tiere. Scherben zerbrochener Glasflaschen und verrostete, scharfkantige Gegenstände können zudem im Wald spielenden Kindern und Hunden gefährlich werden. Noch unverständlicher wird die wilde Entsorgung durch den Fakt, dass viele der abgekippten Dinge innerhalb gewisser jährlicher Freimengen unentgeltlich an ausgewiesenen Sammelstellen zur Entsorgung abgegeben werden können.

Dieses Angebot scheint einige Altmärker aber nicht wirklich zu interessieren. Und auch mögliche Strafen taugen als wirksame Abschreckung nur bedingt. Denn die Aussichten, Müllsünder zu fassen, sind relativ gering. Es sei denn, dass im Abfall eindeutige Beweisobjekte zu finden sind, stellt Osterburgs Ordnungsamtsleiter Matthias Frank klar.

Für die illegale Entsorgung gibt es zwei Zuständigkeiten. Der Landkreis Stendal zeichnet für die so genannten § 11-Abfälle verantwortlich. Dabei handelt es sich um Abfälle im Wald und in der freien Flur. Dementsprechend wäre der Landkreis auch für den an der Zufahrtsstraße zur Siedlung abgelegten Abfall zuständig.

Müll innerhalb geschlossener Ortschaften muss durch die jeweilige Gemeinde entsorgt werden, wenn kein Verursacher zu ermitteln ist. Die Kosten, die der Einheitsgemeinde auf diese Weise jährlich entstehen, schätzt Matthias Frank auf 800 bis 1000 Euro. „Geld, dass mit Sicherheit sinnvoller eingesetzt werden könnte“, fügte der Ordnungsamtsleiter hinzu. Für Hinweise von Bürgern, insbesondere zu Verursachern, sind die Rathausmitarbeiter natürlich sehr dankbar. Sollte ein entsprechender Vorfall bis zum Gericht gehen, so müsste der Anzeigende aber auch als Zeuge bereitstehen, machte Matthias Frank abschließend deutlich.