Flessau/Deutsch l Heike Kurtze ist mit ihrem Mann Bodo, einem Landwirt, in Deutsch zu Hause.Die Lehrerin, die seit 2000 in Flessau unterrichtet, kam schon als Kind mit der Mundart in Berührung. In ihrer Familie sprachen Vater und Großmutter oft Platt miteinander. „Ich fand diese Sprache schon immer schön.“ Ein Zufall kam ihr schließlich bei dem Ansinnen zu Hilfe, sich selbst wieder mehr mit der Mundart zu befassen. 2003 erfuhr sie von einem Plattschnacker-Vorlesewettbewerb für den Bereich Altmark in Bittkau. „Wir konnten etliche Kinder dafür interessieren und haben mit ihnen für den Wettbewerb trainiert.

Eine Platzierung erreichten die Flessauer bei Premiere zwar nicht. „Aber wir wussten nun, wie der Hase läuft. Im Jahr darauf waren wir schon besser.“ Aus Schülern der 3. und 4. Klasse hatten Heike Kurtze und ihre damalige Lehrer-Kollegin Margot Teschner eine Plattschnackergruppe gebildet. „Das machte uns und natürlich auch den Kindern richtig Spaß. Plattdeutsch ist, das kann man sagen, eine liebenswürdige Sprache mit einem gewissen Charme. Derbe Redewendungen, die im Hochdeutschen barsch klingen und eventuell beleidigend sein können, sind up Platt eher humorvoll.“

Als die versierte Osterburger Plattschnackerin Helga Albert erfuhr, „dass in Sachen Plattschnacken bei uns etwas läuft, hat sie uns ihre Unterstützung zugesagt.“ Daraus erwuchs eine regelmäßige Zusammenarbeit. Es wurde eine Arbeitsgemeinschaft gebildet.

Mitarbeit in Ministeriums-Gruppe

Seit dem ersten Vorlesewettbewerb sind die kleinen Plattdeutschfreunde bei den jährlichen regionalen Mundart-Ausscheiden dabei. „Wenn wir Erste wurden, fuhren wir zum Landesausscheid nach Magdeburg. Wir hatten auch mal einen Vorlesewettbewerb in Kossebau organisiert“, berichtete Heike Kurtze. „Der Saal im Gemeindezentrum war brechend voll. Die Leute haben viel gelacht. Und wir fanden das einfach toll.“

Die Mundart-Arbeitsgemeinschaft trifft sich mittwochs. Man liest Prosa und lernt Gedichte von Mundartdichtern wie Fritz Hagen, Helga Albert und Bärbel Harmel. „Wir arbeiten zudem viel mit einer Plattdeutsch-Fibel“, berichtete die AG-Leiterin. „Diese Fibel, herausgegeben vom Landesheimatbund, ist uns eine große Hilfe.“

Neben Veranstaltungen in der Schule bereicherten die Plattschnacker bereits viele Dorffeste und Feiern. Die „Vogelhochzeit“ und der „Holzpantoffeltanz“, natürlich up Platt vorgetragen, finden immer besonders großen Anklang.

Weil ihr das Fortbestehen des Platts wichtig ist, arbeitet Heike Kurtze in der Arbeitsgruppe Niederdeutsch beim Kultusministerium Sachsen-Anhalt mit. In der Plattschnacker-Arbeitsgemeinschaft vermittelt die Lehrerin mit Hingabe eine kulturelle Tradition der Region an junge Altmärker. Vom Umgang mit dieser Sprachform profitieren die Kinder mehrfach: „Wer sich mit den plattdeutschen Texten beschäftigt, erhält nicht nur ein Kulturgut am Leben. Er fördert die Lesekompetenz und bekommt die Gelegenheit, den sprachlichen Horizont zu erweitern.“

Abgestimmt werden kann per Online-Voting oder per Facebook. Mitmachen lohnt sich, denn unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost,