Osterburg l Ausgefallene Sonderausstellungen, der Besuchermagnet Ostermarkt in einem Mix aus Regen, Schnee und Sturm: Dass das Kreismuseum 2018 lediglich 4514 Gäste zählte, hatte Gründe. Ein Jahr später hat sich die Stätte von dieser Delle gut erholt, konnte Kreismuseumschef Frank Hoche resümieren. 5625 Besucher seien wieder ein deutliches Stück hin zu den gewohnten Zahlen, die die Einrichtung in den Jahren vor 2018 faktisch konstant einfuhr.

Ostermarkt zog 1680 Gäste an

Verantwortlich dafür sei unter anderem der Osterburger Ostermarkt, der am 20. April 2019 insgesamt 1680 Gäste in und an das Kreismuseum lockte. Kunst aus der Hand von Markgraf-Albrecht-Gymnasiasten („Denkanstößiges“) wurde von 959 Besuchern näher in Augenschein genommen, die zeitgleich zum Stadt- und Spargelfest eröffnete Ausstellung über Osterburgs polnische Partnerstadt Wielun interessierte 506 Einwohner. Und die Sonderschau in Erinnerung an die Anfang 2019 verstorbene Osterburger Künstlerin Irene Mertens wurde von 469 Einwohnern besucht. Nicht zuletzt zog die am 30. Dezember gestartete und gerade erst bis zum 5. Januar verlängerte Wendeausstellung schon in ihren ersten Tagen viele Neugierige an, „wir haben bis zum 9. Dezember bereits 769 Gäste gezählt“, sagte Hoche.

Hinter den Erwartungen zurück blieb dagegen gleich die erste Ausstellung des Jahres 2019, die unter dem Titel „Gesammelt und bewahrt“ Neuzugänge und Restaurierungen des Kreismuseums zeigte. Diese Schau habe lediglich 182 Besucher angelockt, so Hoche. Abseits der Ausstellungen avancierte das Kreis­museum 2019 erneut zum Gastgeber von Konzerten, zudem brachte sich die Stätte mit eigenen Aktivitäten und Attraktionen wie die Seildrehmaschine in das Osterburger Stadt- und Spargelfest, den Sachsen-Anhalt-Tag, die Internationalen Hansetage in Pskow, das Altmärkische Heimatfest in Walsleben oder den Osterburger Weihnachtsmarkt ein.

ABV-Uniform bereichert die Sammlung

Davon ab kam das Kreismuseum im zurückliegenden Jahr aber auch seiner ureigenen Aufgabe nach – es stockte seine nunmehr rund 2600 Exponate zählende historische Sammlung weiter auf. Zu den spannendsten Schenkungen und Dauerleihgaben, die 2019 den Weg ins Museum fanden, gehören die Uniform eines Abschnittsbevollmächtigten (ABV) aus Seehausen oder Geldscheine aus der DDR. Eine Mesebergerin, die die Wendeausstellung besuchte, habe dem Museum einen 50-Mark-Schein sowie einen 100-Mark-Schein überlassen, berichtete Frank Hoche. Ebenso freute er sich über Stadt- und Kirchenansichten aus der Altmark, die Günter Heizmann ins Bild gesetzt hat. Vom Sandauerholzer Hans-Joachim Kricheldorf habe das Museum einen Zirkel aus der Zeit der Bodenreform erhalten, mit dem das Land vermessen worden sei. Zudem hat das Museum jetzt Dokumente aus der Historie der Osterburger Pelikan-Apotheke, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, im Besitz. Was der Museumschef diesen Dokumenten entnehmen konnte, soll sich auch in dem neuen „Wissen der Region“-Buch über die Einheitsgemeinde Osterburg wiederfinden, dass im Frühjahr 2020 veröffentlicht wird. Dankbar ist Hoche für ein Bild aus der Hand von Irene Mertens, das ihr Sohn Markus dem Kreismuseum vermachte. Und für eine schwergewichtige kombinierte Fernseh- und Musiktruhe, die in den 60er Jahren ostdeutsche Wohnzimmer schmückte.

Was sich Frank Hoche für 2020 wünscht? „Dass wir bei den Gästezahlen wieder über 6000 Besucher kommen“, antwortet der Museumschef. Drunter könnten sich ja vielleicht auch wieder so exotische Gäste befinden wie zuletzt Anfang Dezember, als Australier den Weg ins Kreismuseum suchten. „Dabei handelte es sich um eine Familie Osterburg mit väterlichen Wurzeln in der Altmark, die in den 60er Jahren nach Australien ausgewandert sind“, berichtete Frank Hoche über seine Besucher, die mit einem Eintrag im Gästebuch auch Spuren im Kreismuseum zurückließen.