Seehausen l Ohnehin verläuft ja eine Trauung im Allgemeinen wesentlich ruhiger als ein Polterabend, wie ruhig, dass konnten am Sonnabend (14. Juni) Josephine Harzer und Fabian Weyl in Seehausen erleben. Ganz entspannt gingen die beiden die Treppen des Rathauses hoch, um sich das Ja-Wort zu geben.

Vor einer Woche sah das alles noch ganz anders aus. Polterabend war angesagt, die Vorbereitungen waren getroffen, es sollte eine große Party werden. Gegen 17 Uhr trafen auch die ersten Gäste ein und kurz danach passierte es. Sirenengeheul unterbrach die Gespräche, wie bereits berichtet stand ein Gutshof im benachbarten Neukirchen in Flammen. Josephine Harzer, Mitglied in der Falkenberger Freiwilligen Feuerwehr und Fabian Weyl, bei den Lichterfelder Kameraden ehrenamtlich aktiv und beide auch Atemschutzgeräteträger, mussten nicht lange überlegen. Wenn geholfen werden muss, dann steht das an oberster Stelle, so Josi, wie sie von ihren Freunden genannt wird. Mit dem künftigen Brautpaar verließen fast alle „Poltergäste“ die Party, wie Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten sagte, waren aus allen Freiwilligen Feuerwehren der Wische Kameraden bei der gerade begonnenen Feier. Da diese ja eigentlich erst los gehen sollte, hatte auch keiner bereits Alkohol getrunken und sie machten sich auf den Weg zum Großbrand nach Neukirchen. Einsatzkräfte kamen so aus Neukirchen, Falkenberg, Wendemark, Lichterfelde, Schönberg, Krüden-Vielbaum, Beuster, Geestgottberg, Werben, Osterburg und Seehausen. 80 Einsatzkräfte aus zehn Feuerwehren kämpften gemeinsam gegen die Flammen, mittendrin die Brautleute Josephine und Fabian.

Nachdem die beiden sich am Sonnabend im Seehäuser Rathaus das Ja-Wort gegeben hatten, warteten auf sie schon der Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, Kreisbrandmeister Dr. Ringhard Friedrich und Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten. „Gemeinsam sind wir stark“ stand auf einem vergrößerten Bild aus der Volksstimme, das die beiden bei ihrem Einsatz zeigte. Gemeinsam wollten sich die Verbandsgemeinde und die Freiwillige Feuerwehr für diesen selbstlosen Einsatz bedanken. Aus einen angedachten gemütlichen Abend, so Ringhard Friedrich, ist so ein harter Einsatz geworden. Tief beeindruckt zeigte sich der Kreisbrandmeister für dieses Engagement.

Gegen 22 Uhr war für das Brautpaar und ihre Gäste der Einsatz übrigens beendet. Der Polterabend ging dann noch richtig los. Die ersten drei Bier verdampften fast beim Trinken. Es wurde trotz der Strapazen noch eine tolle Feier. Am vergangenen Sonnabend wurde dann in Familie noch zusammen gesessen und am Abend auch gegrillt.

Kommenden Sonnabend soll dann die kirchliche Trauung folgen und dann ist auch die große Hochzeitsfeier geplant. Wünschen wir den beiden, dass an diesem Tag die Sirenen schweigen.