Groß  Garz l Tobias Schulz machte einen persönlichen Traum wahr: Der Groß Garzer wanderte für sechs Wochen im höchsten Gebirgszug der Welt, im Himalaya. Beeindruckende Erlebnisse liegen hinter dem 31-Jährigen, der Land und Leute schätzen lernte.

„Es war einfach wunderschön“, blickt Tobias Schulz auf seine Tour Ende des vergangenen Jahres zurück. Mit seinem Kumpel Johannes Malchow, mit dem er bereits Island erkundete (2016), dessen Eltern und einem Bekannten aus Berlin bereiste er Nepal. Mehrere der höchsten Berge im Blick, ließ sich die Gruppe von der Schönheit der Natur begeistern. „Im Vorfeld haben wir bereits geplant, welche Tour wir gehen möchten.“ Nach der Besichtigung der Hauptstadt Kathmandu und der 200 Kilometer westlich von ihr gelegenen Stadt Pokhara ging es für das Quintett auf die Annapurna-Runde, eine der schönsten und abwechslungsreichsten Trekkingrouten der Welt. „Wir waren gut ausgestattet“, hatte der Groß Garzer keine Bedenken, dass etwas schief gehen könnte. Neben einem komfortablen Schlafsack und wärmenden Sachen gehörten natürlich auch Medikamente ins Gepäck. Schließlich ging es in die Höhen-Region von rund 5000 Metern. Auf ihrer Wanderung entlang der schneebedeckten 7 und 8000er Berge überquerte die Gruppe mit dem Thorong La (5416 Metern) auch den höchstgelegensten Pass der Welt. „Teilweise war es stürmisch, aber die Sicht ok“, so Schulz, der zwar nicht von der Höhenkrankheit beeinträchtigt wurde, allerdings fiel das Schlafen bei Minusgraden um die 20 Grad recht schwer. Probleme, Gastgeber auf der Route zu finden, gab es glücklicherweise keine. In den sogenannten Teehäuschen der Nepalesen wurde genächtigt, ein warmes Essen inklusive.

Zu den schönsten Erlebnisse dieser Tour zählt für Tobias Schulz die Wanderung zum Tilichosee, in einer Höhe von 4919 Metern gelegen, damit einer der höchstgelegensten Seen unseres Planeten. „Dorthin brachen wir um halb drei in der Frühe auf, um gegen Abend wieder zurückzusein.“

Routen

Einige Routen seien gut ausgeschildert, ansonsten halfen sich die Globetrotter mit auf dem Handy installierten Offline-Karten aus. Die eisigen Temperaturen forderten bei einem Teilnehmer der Gruppe ihren Tribut. „Er hat richtige Frostbeulen bekommen und hatte Schmerzen.“ Die Einwohner sind als freundliches Volk bekannt, versuchten mit Aloe-Vera-Packs diese zu lindern.

Nach der Annapurna-Runde folgte die Runde um den achthöchsten Berg der Erde, dem Manaslu (8156 Meter). Dieser Trek bot ebenfalls spektakuläre Bergblicke einschließlich des Manaslu-Eisriesen, an dessen Fuß Tobias Schulz und seine Begleiter etliche Erinnerungsfotos schossen. „Es war atemberaubend. Man hörte sogar das Gletscher-Knacken“, erinnerte sich der Groß Garzer, der nach seinem Bachelor-Studium ein Jahr in Neuseeland verbrachte und dort Johannes Malchow (Freiburg/Breisgau) kennenlernte.

Die letzten beiden Wochen des Nepal-Aufenthaltes verbrachte die fünfköpfige Gruppe in einer vom Erdbeben betroffenen Region. Übrigens: Genau vor 4 Jahren, am 25. April 2015, erlitt der Himalaya-Staat eine Erdbeben-Katastrophe mit rund 9000 Todespfern. Auch vier Jahre nach der Tragödie ist der Wiederaufbau Tausender Häuser, Denkmäler oder Schulen noch nicht abgeschlossen. „Wir legten neue Beete an und halfen auch beim Bau der Reisterrassen.“ Dabei lernten sie die im Vergleich zur westlichen Welt einfache Lebensweise der Nepalesen kennen. Neun Wochen, an die Tobias Schulz stets in guter Erinnerung haben wird. Am 28. April hält er in der Gaststätte Schulz in Groß Garz einen Vortrag über seine Reise. Beginn ist um 16 Uhr.