Osterburg l Die „fahrlässige Brandstiftung“ eines Mieters, wie es Fachleute der Polizei nur eine Handvoll Tage später einordnen sollten, machte am 8. August 2011 ein betagtes Wohnhaus an der Osterburger Bahnhofstraße zur Ruine. Weil sich das im Dachstuhl entzündete Feuer schnell ausgedehnt und in viele Ecken und Nischen gefressen hatte, konnten die alarmierten Feuerwehrkräfte aus Osterburg, Erxleben und Flessau nicht verhindern, dass das Gebäude schwer beschädigt wurde. Zum Glück hatten die Bewohner das Haus rechtzeitig verlassen, Feuerwehrleute retteten noch einen Kanarienvogel und zwei Hunde aus dem Gebäude. Von Osterburgs Feuerwehrchef Sven Engel bereits an Ort und Stelle als „zumindest teilweise unbewohnbar“ eingestuft, hatte das letzte Stündlein für das Gebäude geschlagen. Noch in der gleichen Woche sperrte das städtische Ordnungsamt das Grundstück wegen Einsturzgefahr, einige Zeit darauf wurden die bedrohlichen Teile des Unglücks-Hauses abgetragen.

Über mehrere Jahre hinweg blieb es um die Ruine still. Bis Matthias Lenz die Initiative ergriff. Der Meseberger Bauunternehmer hatte das Grundstück schräg gegenüber der Kreisvolkshochschule schon zuvor im Blick, „allerdings war ich da noch durch andere Projekte gebunden“, so Lenz. 2019 aber nahm der Meseberger die Idee, die noch vorhandenen Gebäudereste abzutragen und die Ruine durch einen Neubau zu ersetzen, in Angriff. Im Sommer wurden die Überbleibsel des Brandhauses beseitigt. Am Standort einer auf dem gleichen Grundstück befindlichen sowie an die Brüderstraße angrenzenden früheren Scheune begannen im Spätherbst erste Arbeiten an einem Neubau. Mittlerweile ist dieses Gebäude, das zwei Dreiraumwohnungen mit einer Fläche ab 65 Quadratmetern beherbergt, schon hochgezogen. Laut Lenz sollen die Arbeiten im August diesen Jahres zum Abschluss gelangen. Abseits von diesem Gebäude arbeiten Handwerker auf dem gleichen Grundstück seit Januar diesen Jahres an dem Massivbau, der sich an der Bahnhofstraße erstreckt und den Platz des einstigen Brandhauses einnimmt. Dort werkeln die Bauarbeiter derzeit am Rohbau, nach den Osterfeiertagen soll das Dach folgen.

Das Gebäude, dass sich nach Angaben von Matthias Lenz „gefällig in das bestehende Bild der Bahnhofstraße einfügen soll“, werde über zwei Ebenen und einseitig über ein ausgebautes Dachgeschoss verfügen. Die Wohnfläche von insgesamt 270 Quadratmeter soll sich auf eine Fünfraum- sowie zwei Dreiraumwohnungen verteilen. Die Wohnungen seien jeweils über separate Eingänge zu betreten, jedes Appartement werde zudem über eine Terrasse sowie einen Abstellraum verfügen, so Matthias Lenz, der sich gegenüber etwaigen Mietinteressenten offen zeigt. Läuft alles nach den Vorstellungen des Mesebergers, könnte das neue Wohnhaus an der Bahnhofstraße Ende August fertiggestellt sein.

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