Anwohner protestieren

Neubau der Otto-Nuschke-Straße für die Stadt Seehausen derzeit unerschwinglich

Klamme Stadtkassen ersticken Straßenneubaupläne in Seehausen derzeit fast schon im Keim, wenn sich keine großzügige Fördermöglichkeit auftut. Die Anlieger der Otto-Nuschke-Straße weisen dieser Tage angesichts des Umleitungsverkehrs wieder verstärkt auf die Zustände vor ihren Haustüren hin.

Von Ralf Franke
Als vor zwei Jahren der erste Abschnitt der B 189 bei Seehausen saniert wurde, gingen die Anlieger der Otto-Nuschke-Straße schon einmal auf die Barrikaden. Derzeit ist es wieder so weit.
Als vor zwei Jahren der erste Abschnitt der B 189 bei Seehausen saniert wurde, gingen die Anlieger der Otto-Nuschke-Straße schon einmal auf die Barrikaden. Derzeit ist es wieder so weit. Archivfoto: Ralf Franke

Seehausen - Wie sehr in diesen Tagen die Nerven bei den Anliegern der Otto-Nuschke-Straße blank liegen, machte Erhard Tietz in der jüngsten Sitzung des Bau- und Ordnungsausschusses des Stadtrates Seehausen deutlich. Seit Mitte Juni lässt das Land die Fahrbahn der Bundesstraße weiter sanieren. Und obwohl die Hansestadt nicht als Umleitungsstrecke ausgeschildert ist, hat der Verkehr in der Nuschke-Straße parallel zur Lindenstraße wieder extrem zugenommen.

Verkehr hat zugenommen

Entweder sind es Einheimische, die die Schleichwege kennen, oder Auswärtige lassen sich vom Navigationssystem den kürzesten Weg zeigen. Vor allem der scheppernde Lärm wird von den Betroffenen als unerträglich empfunden.

Als Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft der Hansestadt, die vor allem im besonders kritischen Straßenteil mit den Kopfsteinen Wohnblöcke unterhält, aber Rauch als Anlieger kennt Tietz das Problem sozusagen aus erster Hand und appellierte an die Mitglieder des Fachgremiums um Willi Hamann, für Abhilfe zu sorgen.

Allerdings hat auch schon die Verbandsgemeinde vergeblich versucht, mit der kreislichen Ordnungsbehörde eine praktikable Lösung dafür zu finden, den Durchgangsverkehr aus der betreffenden Straße fernzuhalten. Die Beschilderung wäre wohl ebenso schwer zu realisieren wie die Kontrolle der behördlichen Anweisung. Tietz forderte Stadträte und Verwaltung auf, weiter nach einer Lösung zu suchen. Die Arbeiten auf der B 189 sollen sich schließlich noch drei Wochen hinziehen.

Langfristig forderte der Beschwerdeführer die Stadt auf, auch etwas am maroden Zustand der Fahrbahn zu ändern, heißt, die Otto-Nuschke-Straße neu zu bauen.

Das Verständnis von Willi Hamann und der anderen Räte hat Tietz ohne Zweifel, allerdings rechnete ihm der Ausschussvorsitzende vor, wie knapp das Budget der Kommune angesichts anderer Verpflichtungen sei, so dass der Ausschuss jeden Euro dreimal umdrehen müsse, bevor Reparaturen in Auftrag gegeben werden, für die derzeit jährlich nur um die 50 000 Euro zur Verfügung stünden.

Stadt soll sich bekennen

Hamann erinnerte zum Beispiel daran, dass die Stadt nicht einmal das Stück Köppenberg erneuern lassen könne, das der Wasserverband derzeit aufreißt. Was Hamann nicht vordergründig „raushängen“ ließ, aber allgemein bekannt ist: Selbst der Vorsitzende des Seehäuser Bauausschusses wohnt an einer der marodesten Straßen der Stadt.

Ganz aus der Verantwortung wollte Tietz die Kommunalpolitiker so indes nicht entlassen. Er verlangte, dass sich der Stadtrat wenigstens per Beschluss für eine Prioritätenliste mit der Sanierung der Otto-Nuschke-Straße bekennt und intensiv nach Finanzierungsmöglichkeiten sucht.