Seehausen l Nach anfänglichen Sanierungsplänen haben die Seehäuser seit gut fünf Jahren den Neubau einer Kindertagesstätte im Lindenpark auf dem Schirm. Lange setzten Verwaltung und Kommunalpolitik ihre ganze Hoffnung auf Stark-III-Zuschüsse, die sich Anfang 2016 allerdings endgültig zerschlugen.

Ende desselben Jahres bekannten sich die fünf Mitgliedsgemeinden zur Finanzierung des Projektes und reichten dafür ihre Stark-V-Mittel an die Verbandsgemeinde weiter, damit das Geld in die Zukunft des Nachwuchses und nicht in moderne Straßenlampen investiert wird. Rund 1,2 Millionen Euro flossen so auf das Baukonto der Verbandsgemeinde, die dazu bislang 400 000 Euro Eigenmittel für das Projekt ansparte. Das entspricht aber gerade einmal der Hälfte der einst anvisierten Finanzen.

Derzeit untersucht das Stendaler Planungsbüro ASPA, wie die zur Verfügung stehenden Mittel so eingesetzt werden können, dass die Kinderbetreuung am Aland trotzdem einen großen Schritt vorankommt. Inzwischen sind die Vorstellungen an einem Punkt, dass die Verwaltung für Donnerstag Kommunalpolitiker, Erzieher, Vertreter des Elternkuratoriums in den Schulungsraum der Seehäuser Feuerwehr einlud, um die Pläne in Bild und Zahlen vorzustellen.

Bei der Präsentation von ASPA-Geschäftführer Jens Burckhardt und vielen Nachfragen der reichlich erschienenen Gäste wurde deutlich, dass wegen des finanziellen Korsetts, aber auch wegen gesetzlicher Vorgaben für Kinder und Betreuer nicht alle Wünsche insbesondere bei der Raumgröße und -aufteilung Berücksichtigung finden werden. Nach derzeitigem Stand soll vor dem jetzigem Zweigeschosser in Blockbauweise aus DDR-Zeiten ein Eingeschosser für 65 Krippe-Kinder errichtet werden. Das Haus, dem ein paar Bäume auf dem gut 6000 Quadratmeter großen Areal zwischen Lindenstraße und Bialystoker Straße weichen müssten, würde bis auf den Eingangsbereich und das vielseitig nutzbare Foyer praktisch und symmetrisch aufgeteilt. Heißt: außen Gruppenräume mit Terrassenausgängen, dazu Zimmer für Therapien oder die Erzieher und innen der Flur, sanitäre Einrichtungen sowie Abstellmöglichkeiten. Wobei laut Burckhardt durch das höhenversetzte Pultdach, das Oberlichter zulässt, immer noch Tageslicht in die Gebäudemitte einfallen könnte. Mit acht Metern Abstand zum Altbau wäre zudem genug Platz, dass der Altbau nicht im Dauerschatten steht und zwischen den Gebäuden sowie dem Verbinder ein Atrium entsteht.

Am zweigeschossigen Altbau, dem künftige Kindergarten mit einer ähnlichen Kapazität wie die Krippe, würde sich demnach bis auf die Raumaufteilung erst einmal wenig ändern. Ebenso am eingeschossigen Wirtschaftsteil, der ein Stück zurückgebaut wird sowie neue Ein- und Ausgänge bekommt. Für mehr ist derzeit einfach kein Geld vorhanden.

Ganz vorsichtige Schätzungen ergeben auch so einen Investitionsbedarf von 2,3 Millionen Euro (inklusive 120 000 Euro für Außenanlagen). Bei derzeit 1,6 Millionen Euro verfügbarer Mittel wird sich die Verbandsgemeinde erst einmal auf den Neubau konzentrieren müssen. Aber auch da könnte es eng werden.