Arneburg l Da hat sich jemand Mühe gemacht. Als nette Geste an die Stadt Arneburg fertigte der Berliner Maler, Grafiker und Buchkünstler Bernd Friedrich neben einem Druck, der das Wort Arneburg in verschiedenen historischen Schriften kunstvoll in Szene setzt und der Lithografie einer Arneburger Baumgruppe auch ein Erinnerungskärtchen an. „Arneburg an der Elbe, idyllisches Städtchen in der Altmark“ steht darauf geschrieben, ein Fisch illustriert dazu den Bezug zum Element Wasser. Friedrich hatte schon fertig gedruckte Kärtchen mitgebracht, aber auch eine kleine mechanische Druckpresse, in der alle beweglichen Lettern samt Fisch bereits an Ort und Stelle fixiert waren, sodass die Besucher nach Einführung einfach loslegen konnten. Ganz so ohne war das kleine Unterfangen dann aber doch nicht, wie Horst Ruhbaum aus Altenzaun sogleich feststellte, hatte er doch mit der Farbwalze nur einen Teil des Wortes Altmark erwischt, bei dem dadurch auf Papier das „m“ schwächelt – Handarbeit eben.

In der „Klein-st-ten Galerie“ Arneburg, geführt vom Arneburger Kultur- und Heimatverein, läuft also eine neue Ausstellung. Naturstudien als Feder- und Pinselzeichnungen werden genauso gezeigt wie eine Reihe druckgrafischer Experimente, darunter Mischtechniken. Im Künstlergespräch, das Galeristin Johanna Preß führte, wurde Friedrich den rund 25 Zuhörern als technikbegeisterter und die Natur sehr achtender Mensch näher gebracht. Wenn dem nunmehr 72-Jährigen, der seine ersten Lebensjahre in Düsedau verbrachte, eines wirklich ganz besonders am Herzen liege, dann ist es, „dass wir auf die Pflanzen, die Vielfalt in der Natur achten. Sie ist die Basis allen Lebens“. Friedrich gefalle die Altmark nach wie vor gut, aber auch hier sehe er leider immer mehr Kulturlandschaft, wenig Urtümliches. Klar, die Menschen müssten ernährt werden. „Ich weiß ja, woran das liegt. Aber es geht darum, möglichst billig zu produzieren.“ Friedrich vermisse das Maß, war zwischen den Zeilen zu lesen.

Wer die Natur auch mal Natur sein lässt, erfahre vielleicht wie er, „dass sie im Sterben noch ganz groß ist“ und wie sie quasi im gleichen Atemzug schon wieder neues Leben hervorbringe. In Arneburg hätte es dem Berliner eine Baumgruppe ganz besonders angetan. Er fotografierte sie vorab und machte in Berlin eine Lithografie daraus, wobei er ihn Störendes weg ließ. Hätte ein Besucher erkannt, wo die Baumgruppe steht, Friedrich hätte ihm oder ihr einen Druck geschenkt. Aber dem war nicht so. So kam die Aufklärung zum Schluss von Friedrich selbst: Die schöne Baumgruppe steht oben auf dem Burgberg.

Bilder

Die Ausstellung im Hotelrestaurant „Goldener Anker“, Elbstraße 17, läuft bis zum 9. September, täglich (außer montags) von 11.30 bis 20 Uhr, sonntags bis 16.30 Uhr.