Krüden l Erleichterungen bei den Kontakteinschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind noch nicht einmal für Schulen, Kitas oder Einzelhandel, geschweige denn für Freizeitaktivitäten in Sicht, trotzdem plant die Gemeinde Aland schon für Zeiten nach der Virusplage. Und so ist Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt froh, mit Monika Preuß mehr als eine Schlüsselpatin für die Krüdener Heimatstube gefunden zu haben.

Der Grundstein für die kleinteilige und liebevolle Sammlung, die Einblicke in den Alltag und das Arbeitsleben der Region bis vor rund 200 Jahren ermöglicht, wurde vor etwa 15 Jahren gelegt. Die Ausstellungsstücke sind eher ideeller Natur. Einen Rembrandt werden die Besucher vergeblich suchen.

Die Gäste des Hauses führte das Gemeindeoberhaupt in normalen Zeiten meisten persönlich durch die gut 100 Quadratmeter großen Räumlichkeiten, die einst im Dachgeschoss über dem Gemeindezentrum eingerichtet wurden.

Bilder

Diesen ehrenamtlichen Job soll und will Monika Preuß übernehmen. Sporadische Zeitreisen in die Welt der Altvorderen sind dann allenfalls noch möglich, wenn Hildebrandt im Haus ist und sich Zeit nimmt. Ansonsten soll es künftig einen Tag in der Woche geben, an dem die Einrichtung verlässlich geöffnet ist. Gruppenführungen zu anderen Zeiten werden auf Anmeldung weiter ermöglicht. Die genauen Modalitäten werden bekannt gegeben, wenn wieder Besucher in der Heimatstube zugelassen sind. Der Kontakt wird über die Gemeinde vermittelt.

Weit hat es die neue „Museums-Direktorin“ nicht. Die Ruheständlerin, die sich schon im Rahmen einer Bufdi-Maßnahme (Bundesfreiwilligendienst) engagierte und beim Hildebrandt Interesse für die Heimatstube bekundete, kommt gleich aus dem benachbarten Vielbaum. Zu ihren Aufgaben gehört neben Führungen unter anderem auch die Gestaltung der Räume.

Die museale Sammlung hat auf dem alten Gutshof sogar eine Außenstelle. Gleich neben der alten Schmiede, in der auch die Krüdener Malweiber regelmäßig gern mal ihre Werke präsentieren, gibt es eine nahezu komplett eingerichtete Schusterwerkstatt.

Für diese sucht Hildebrandt auch noch einen Betreuer. Möglichst einen vom Fach oder zumindest mit fachlichem Wissen, der den Gästen bei bestimmten Anlässen erklären kann, wie das Leder auf den Leisten kam und in der Lage ist, die funkionstüchtigen Maschinen in Aktion zu zeigen.

Für neue Ausstellungsstücke in der Heimatstube wird der Platz allmählich knapp. Bei besonderen „Scheuenfunden“ helfe man aber bei der Vermittlung in anderen Einrichtung, die sich ebenfalls der altmärkischen Geschichte verschrieben haben, so Hildebrandt.