Seehausen l Die Zeiten, da jedes Dorf eine Gaststätte hatte, sind längst Geschichte. Inzwischen wird viel in Dorfgemeinschaftshäusern oder anderen kommunalen Räumlichkeiten getagt und gefeiert.

In einem vielschichtigen Verwaltungsgebilde wie der Verbandsgemeinde Seehausen sind die betreffenden Immobilien entweder in der Hand der Verbandsgemeinde oder einer der fünf Mitgliedskommunen. Dem entsprechend „abwechslungsreich“ sind die Ausstattungen, Nutzungsbedingungen und vor allem die Tagesmieten, die für die Immobilien fällig werden.

Als Träger des Brandschutzes hält die Verbandsgemeinde vor allem in den Feuerwehrgerätehäusern Räume vor, die sich für Schulungen, aber eben oft auch für gesellige Anlässe eignen. Aber selbst da sind die Entgeltregelungen höchst unterschiedlich festgezurrt. Meist gelten noch die Tarife aus Zeiten vor der Gemeindegebietsreform von 2009.

Dass große Säle wie der am Gerätehaus der Stadtfeuerwehr Seehausen ihren Preis haben, hat eine gewisse Logik. Aber selbst bei vergleichbaren kleineren Räumen gibt es Unterschiede zwischen den Orten von bis zu 100 Prozent. Das soll sich jetzt allerdings ändern.

Der Bau- und Ordnungsausschuss des Verbandsgemeinderates hatte das Thema unter dem Punkt „Information zu den Versammlungsräumen der Freiwilligen Feuerwehren“ als erster auf der Tagesordnung.

Daniel Zimmer, im Rathaus mit für das Gebäudemanagement zuständig, hatte eine detaillierte Übersicht erstellt, in der die Gegebenheiten vor Ort mit den derzeit gültigen Entgelten für Miete und Energie, den Unterhaltskosten über das Jahr sowie die Auslastung aufgelistet sind. Das Zahlenwerk machte vor allem auch deutlich, wie kompliziert das derzeitige System ist, mit dem sich die Ausschussmitglieder bei ihren Vorschlägen entsprechend schwer taten.

Ronald Müller (Ländliche Bürger-Fraktion) machte schließlich einen Vorschlag, dem die Runde folgte und der so auch in den Verbandsgemeinderat getragen werden soll. Demnach würden für private Feierlichkeiten ein Euro pro Quadratmeter und Tag Saalmiete fällig, plus Energiezuschlag in der Heizperiode. Was für die meisten Räume übrigens eine Preisreduzierung bedeuten würde.

In dem Zusammenhang einigten sich die Mitglieder des Fachgremiums auch auf einen Rabatt für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, für die es in der Verbandsgemeinde bislang keine Vergünstigungen gibt. Für ihr ehrenamtliches Engagement sollen aktive oder früher aktive Kameradinnen und Kameraden „ihren“ Saal vor Ort einmal pro Jahr kostenlos nutzen dürfen. Was sich erst einmal opulent anhört, zumal einige Wehren über mehr Mitglieder verfügen, als das Jahr Wochenenden hat. Aber die Kommunalpolitiker gehen bei ihrer Entscheidung davon aus, dass nicht jedes Feuerwehrmitglied eine Riesenfete pro Jahr ausrichtet, nur weil der Saal kostenfrei ist. Abgesehen davon, könnte die Regelung in der gleichen Runde jederzeit nachjustiert werden.

Ideal, so Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, wäre es, wenn die Gebühren für Dorfgemeinschaftshäuser und Feuerwehrräumlichkeiten perspektivisch ganz und gar nach einem gemeinsamen Schlüssel erhoben und Feuerwehrleute gleichermaßen begünstigt würden.