Wahrenberg l Freudestrahlend drehte die siebenjährige Wanda am Freitagabend leuchtend-blaue Kulis in ihrer Hand. „SV Wahrenberg 38“ stand darauf geschrieben – ein Begrüßungsgeschenk von Beatrice Frank im Gemeindehaus Wahrenberg zur Neugründung des traditionellen Sportvereins.

Doch von Anfang an: Die Saison 2008/09 brachte für den Sportverein mit sinkender Mitgliederzahl eine unvermeidliche Wende mit sich. Der Verein wurde sozusagen stillgelegt. Die Fußballer, die den Verein getragen hatten, wechselten nach Schönberg, Krüden und Groß Garz. Das Konto wurde aufgelöst. Die Gymnastikgruppen, die vor 21 Jahren aus der Taufe gehoben worden waren, gab es zwar noch, aber mehr passierte nicht.

Als Beatrice Frank die beiden Gymnastikgruppen im Januar übernahm, wollte sie es nicht dabei belassen. Es sollten Nägel mit Köpfen gemacht werden. In dem früheren Vorstandsmitglied Christian Köhler und in Dominik Deubert fand sie aktive Mitstreiter, die ebenfalls die Neugründung des Sportvereins befürworteten und darin eine Ergänzung des Wahrenberger Fördervereins sehen. Darüber hinaus möchte Beatrice Frank noch in diesem Jahr eine Reha-Sportgruppe ins Leben rufen, die auf viel Interesse stoßen dürfte, da sie ihresgleichen in der näheren Umgebung sucht. Dörte Köhler ist indessen mit der Ausbildung zur Übungsleiterin beschäftigt, um ihre Freundin zu entlasten.

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Vorwiegend Mitglieder der Frauensportgruppen hörten am Freitag den Ausführungen von Köhler und Frank zu. Für den Verein gilt eine besondere Regelung beim Finanzamt: Wo sonst ein stillgelegter Verein mit einer Auflösung gleichzusetzen ist, durfte sich der Sportverein tatsächlich als „nur stillgelegt“ verstehen, ausgetragen wurde er nie. Darum musste auch der alte Vorstand noch entlastet werden.

Um mit neuem Schwung den Verein wiederzubeleben, besprachen Deubert, Köhler und Frank vor der Versammlung eine mögliche neue Satzung und stellten sie am Freitag zur Diskussion. Nicht nur einige sollen die Arbeit machen, es soll ja ihr Verein werden, betonte Köhler.

Wenig später waren sich die Versammelten einig. Zwei Punkte nahmen sie noch in die Satzung auf, die nun dem Finanzamt zur Abnahme vorgelegt wird: zum einen, dass passive Mitglieder ebenfalls willkommen sind, zum anderen, dass auch Kinder und Jugendliche mitwirken können.

Das kommt der kleinen Wanda Pusch gerade recht. Oma Christel Pusch macht seit 2011 in der Gymnastikgruppe mit und hat sie schon mit ihrer Liebe zum Sport angesteckt. „Mein Mann war über 20 Jahre Vorsitzender des Sportvereins Wahrenberg. Ich bin immer froh, wenn etwas für den Ort getan wird und natürlich mit dabei“, so die Befragte. Ihre Nachbarin Christiane Jordan kann sich eine Woche ohne Gymnastikgruppe auch nicht vorstellen und gesellte sich am Gründungsabend zu ihnen.

„Wir sind einen guten Schritt weitergekommen“, freute sich Beatrice Frank am Ende des Tages, „die hintere Reihe hat heute sogar spontan während der Versammlung noch eine dritte Gymnastikgruppe gegründet.“ Verstärkung bekommt der Vorstand übrigens von Annegret Tack, die sich ebenso spontan als Vorstandsmitglied zur Wahl stellte. Mit ihr zusammen wird sie die Verwaltung der Finanzen übernehmen, während Dominik Deubert als Vorsitzender und Christian Köhler als dessen Stellvertreter fungieren.