Beuster l Wenn die besten Teilnehmer des Landesmusikfestes Sachsen-Anhalt „Jugend musiziert“ auf Reisen gehen, ist die Nikolaus-Kirche in Beuster an der Straße der Romanik seit vielen Jahren eine feste Station für den talentierten Nachwuchs. Das war bei der 25. Auflage der Konzertreihe nicht anders, die in diesem Jahr coronabedingt unter erschwerten Bedingungen über die Bühne ging.

Der Pflicht folgt die Kür

Zum Glück für die gastgebende Kirchengemeinde und den federführenden Förderverein konnte die Kür der jungen Leute nach der Plicht unter dem Titel „In capella“ überhaupt stattfinden. Der Auftakt des Veranstaltungsjahres in St. Nikolaus war wegen der Corona-Pandemie bekanntlich holprig verlaufen. Als die Konzertbesucher am Sonnabendnachmittag den Klängen des talentierten Nachwuchses folgten, taten sie das nach wie vor mit dem gebotenen Abstand. Weshalb sich Fördervereinsvorsitzender Volker Stephan ausdrücklich für die Disziplin in ungewöhnlichen Zeiten bedankte.

Besonders begrüßte Stephan neben den jungen Musikern den Kirchenmäzen Friedrich-Christian von Saldern, der gerade seinen 94. Geburtstag gefeiert hatte, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stendal, Birgit Hartmann, als Mitorganisatorin der Interkulturellen Woche und den Seehäuser Bürgermeister, der die Schirmherrschaft der Veranstaltung in Beuster übernommen hatte.

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Hoher Anspruch

Das Stadtoberhaupt erinnerte daran, wie sehr die Kultur im öffentlichen Leben noch immer fehle, und betonte in dem Zusammenhang, dass die Einschränkungen durch die Pandemie auch in den kreativen Berufen oft existenzbedrohend sei. Musik unterhalte, entspanne, könne inspirieren und sei seit vielen tausend Jahren wichtiger Bestandsteil der Menschheitsgeschichte.

Dass anspruchsvolle Kultur in der Nikolaus-Kirche stattfindet, Fördermittel akquiriert, dass das Gotteshaus über die Jahre immer wieder Stück für Stück saniert oder Sponsoren begeistert wurden, sei indes auch fest mit dem Namen Volker Stephan verbunden, betonte Neumann, der in dem Zusammenhang eine hohe Auszeichnung für den Fördervereinsvorsitzenden ankündigte. Der Stendaler Alt-Oberbürgermeister soll demnach am Tag der Deutschen Einheit in der Magdeburger Staatskanzlei von Landesvater Reiner Haseloff im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstorden geehrt werden.

Den Jägerchor im Ohr

Wenn Stephan Ende der Woche nach Magdeburg fährt, könnte er sich daran erinnern, dass ihm Felix von Dombrowski und Manuel Vinatzer an ihren Posaunen zum Auftakt des Konzertes in Beuster mit dem Jägerchor von Carl Maria von Weber unter dem Festmotto „furiosa“ die passende Musik mit auf den Weg gaben, die nicht nur Waidleute beflügelt.

Beflügelt dürften sich auch die Gäste des Konzertes gefühlt haben, die nach den Posaunisten in den Genuss oft weltbekannter klassischer Weisen, aber auch modernerer Stücke von berühmten Komponisten für Violine, Violoncello, Klarinette oder Harfe kamen.

Der Beifall war den Akteuren von „Jugend musiziert“ ebenso gewiss wie ein Blumengruß der Gastgeber, die für 2021 auf einen erneuten Abstecher der Preisträger hoffen. Dann vielleicht sogar wieder mit vollem Haus und ohne Abstandsregelungen.