Krumke l Schon bei der Einfahrt in das Dorf standen Schüler und machten auf den Nikolausmarkt aufmerksam. Na klar! Seit vielen Jahren nutzen die Jungen und Mädchen den Markt, um ihre Klassenkasse aufzubessern. Diesmal übernahmen sie sogar die Parkplatzüberwachung.

Mit Plätzchenbacken Mathe lernen

Die 9 b des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums hatte schon allein die Vorbereitungen zu einem Fest werden lassen. 16 Schüler trafen sich bei dem Krumker Ferdinand Grams, um stundenlang Lebkuchenfiguren und Plätzchen zu backen und anschließend hübsch einzupacken. Die Dekorationen bastelten sie dazu Montag in der 7. und 8. Stunde. Lehrerin Charlene Leppich aus Eichstedt, die erst kürzlich die Klasse übernahm, war als Mathe- und Chemielehrerin schnell mit den Eltern einig, was für eine gute Idee es ist, den Kindern einmal zu zeigen, wie man Geld verdient. Und die hatten ihre Freude daran, denn je später der Abend wurde, um so besser lief es. Auch die Abschlussklasse 10 b der Sekundarschule, von denen ebenfalls einige in Krumke wohnen, machten mit einem Stand auf sich aufmerksam und freuten sich über den Umsatz.

Einen Heidenaufwand betrieben ebenfalls die Mitglieder des Fördervereins Schloss Krumke. 440 Quarkbällchen hatten sie tags zuvor und nachts gebacken. Damit der Vorrat reichte, legten sie im Vereinsraum im Kavaliershaus am Nachmittag nach.

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Geschäftsführerin Birgit Apel hatte indessen ihren Holzbackofen aufgeladen und angeschmissen, den sie zu besonderen Anlässen einsetzt. Krumke ist so einer. Da schmeckte der Butterkuchen gleich noch mal so gut. Außerdem begeisterte sie mit Schneebällen und Schmalzstullen.

Die Goldbecker Jägerschaft gegenüber mit Katharina und Martin Giffei als Verkäufer hatte mit ihrem Wurststand leichtes Spiel, denn Deftiges kommt in der Altmark gut an. So konnte sich auch Gerd Hildebrandt mit seinem Nikolausimbiss und Bratwurst über reichlich Kundschaft freuen.

Für den Ohrenschmaus waren gleich mehrere Musiker verantwortlich. Zunächst spielten die Osterburger Nicolaibläser zu zwölft weihnachtliche Weisen. Im Park schwang Werner Jose sein Akkordeon.

Als der Nikolaus auftauchen sollte, war erst einmal der Männerchor Eintracht Gardelegen an der Reihe. Stimmgewaltig sangen die 30 Mitglieder unter der Leitung von Hans Eggert: „Stell‘ dir vor, s‘ ist Weihnachtszeit“. Hans-Joachim Exler moderierte mit feinem Humor und lud zum Mitsingen ein. Während „Tausend Sterne sind ein Dom“ vor allem die Älteren zum Mitsingen anregte, fielen bei „O Tannenbaum“ und „Sind die Lichter angezündet“ auch die Jüngeren mit ein.

Und dann kam er schließlich, der Nikolaus. Mit Gespann und vielen Geschenken.

Wer davon noch welche brauchte, hatte gleich an mehreren Buden Gelegenheit für einen Handel. Jürgen Neldner hatte drei Wochen lang alte Bienenwaben eingeschmolzen und in Formen gegossen. „Je älter und benutzter die Wabe ist, um so dunkler ist die Farbe der Kerze“, erklärte er Enrico Potzesny. 50 Kerzen - so seine Ausbeute. Potzesny musste nicht lange überlegen und griff zu.

Kreative Händlerin aus Thüringen

Claudia Schott aus Thüringen hatte ebenfalls Handgemachtes zu bieten: Ringe aus Knöpfen und Holzarbeiten. Ihr fällt immer wieder etwas Neues ein. Sie war durch Bekannte aus der Gegend auf den Nikolausmarkt aufmerksam geworden und zum ersten Mal dabei.

Eine Premiere war der Markt auch für Astrid und Hans-Peter Weyland aus Karstädt, die von ihrem Dekostand einen guten Blick auf die Bühne hatten.

Zur Abendstunde legte die Stendaler Band „Tick2loud“ los. Noch ein Schlehenwein vom Sasse-Stand „Alles in Gärung“, und schon konnte den Besuchern die nasse Kälte nichts mehr anhaben. Zumindest blieben sie vom Regen verschont.