Seehausen l Demnach wurde die Liste der sogenannten systemrelevanten Berufe erweitert. Außerdem ist ein Anspruch auf Kinderbetreuung jetzt schon gegeben, wenn nur ein Elternteil beruflich eine Schlüsselrolle für die Gesellschaft spielt und der Partner die Betreuung alleine nicht absichern kann. Entsprechende Anträge sind auch auf den Internetseiten der Verbandsgemeinde Seehausen zu finden.

Die neuen Regeln zur Notfallbetreuung stellen auch die Verwaltung und das Personal in den zehn Tagesstätten der Verbandsgemeinde vor eine neue Herausforderung. Denn schon jetzt ist angesichts der im Rathaus eingehenden Anträge abzusehen, dass die Zahl der zu betreuenden Kinder sprunghaft steigen wird.

Zahlen steigen sprunghaft

Hatte sich das Geschehen Ende vergangener Woche noch bei etwa 70 von üblicherweise rund 620 Kindern in den zehn Seehäuser Einrichtungen eingepegelt, waren es gestern schon über 110. Und ein Ende ist wahrscheinlich noch nicht in Sicht.

Das, so Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth auf Nachfrage der Osterburger Volksstimme, bringe zum einen das Schichtkonzept ins Wanken, das eingeführt worden war, um nicht das komplette Personal dem Infektionsrisiko auszusetzen und im Quarantänefall immer noch über eine gewisse Schlagkraft bei Fachkräften für die Kinderbetreuung zu verfügen. Zum anderen stellt es den Träger der Tagesstätten vor ein räumliches Problem. Denn pro Kind müssen in Pandemie-Zeiten jetzt mindestens fünf Quadratmeter zur Verfügung stehen.

„Waldwichtel“ ausgelastet

Dazu dürfen nicht mehr als fünf Mädchen und Jungen gleichzeitig in einem Raum betreut werden. Und laut aktuellem Betreuungsschlüssel kann ein Erzieher oder eine Erzieherin nur fünf Kinder beaufsichtigen. Bei der Konstellation versuche man laut Verbandsgemeindebürgermeister vor allem auf die älteren und – statistisch gesehen – gefährdeteren Kollegen Rücksicht zu nehmen. Da gilt es, die Kapazitäten für jede Einrichtung wegen unterschiedlicher Voraussetzungen gesondert zu berechnen und die Höchstgrenzen bei der Belegung festzusetzen. Möglicherweise kann es dann in der einen oder anderen Kita knapp und damit nicht jeder Betreuungsnotfall vor Ort gelöst werden. Bei den „Waldwichteln“ in Krüden war das Ende der Fahnenstange aufgrund der räumlichen Gegebenheiten gestern schon erreicht. Allerdings verfügen die anderen Tagesstätten der Verbandsgemeinde noch über Kapazitäten. Dann müssten die Eltern allerdings Umwege in Kauf nehmen, warb Kloth um Verständnis.