Iden l Zur mittlerweile zwölften Auflage des Idener Neujahrsempfangs konnte sich Bürgermeister Norbert Kuhlmann über ein sehr gut gefülltes Gemeindehaus freuen. Während dort kein Stuhl unbesetzt blieb, haben sich die Reihen der Idener allgemein im zurückliegenden Jahr wieder ein Stück gelichtet, machte der Gemeindechef in seiner Präsentation deutlich.

Insgesamt büßte die Gemeinde 39 Einwohner ein, dabei traf es den bevölkerungsstärksten Ort Iden mit einem Minus von 29 am ärgsten. In diesem Dorf leben aktuell noch 522 Einwohner, insgesamt weist die Gemeinde eine Bevölkerung von 860 auf. Der deutliche Rückgang lasse sich zum Teil mit dem Wegzug der zuvor in Iden untergebrachten Flüchtlingsfamilien erklären, aber auch andere Details in der Einwohnerstatistik geben Anlass zur Sorge. So geht die Zahl der betreuten Mädchen und Jungen in der Idener Kita leicht zurück (von 34 im Jahr 2017 auf aktuell 28 Kinder) und die jüngste Geburtenbilanz lässt nicht wirklich auf eine Trendwende hoffen. 2017 sei in der Gemeinde Iden lediglich eine einzige Geburt gezählt worden, berichtete Kuhlmann. Für die Grundschule konnte der Bürgermeister dagegen über eine im Vergleich zu den Vorjahren stabile Situation informieren, aktuell werden in der Lernstätte 71 Mädchen und Jungen unterrichtet.

Mit der Schule verbindet die Gemeinde auch ein wesentliches Investitionsvorhaben. Durch die Errichtung eines Anbaus/Verbinders sollen Schul- und Hortkapazitäten erweitert werden. Die Kommune veranschlagt dafür eine Investitionssumme von 300.000 Euro, trotzdem steht das Projekt unter Vorbehalt. Weil immer noch nicht geklärt ist, ob die Gemeinde als Eigentümerin des Gebäudes investieren darf, obwohl die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck Trägerin von Hort und Grundschule ist, sagte Kuhlmann.

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Neue Fassade

Andere Vorhaben zielen auf ländlichen Wegebau (Verlängerung Schmiedeweg, Verbindung zwischen der Wasmerslager Straße und Rohrbeck), auf die kommunalen Wohnungen (unter anderem Balkone für den Bock C im Schmiedeweg) oder Fitnessgeräte für Senioren im Außenbereich. Generell möchte Kuhlmann Augenmerk auf altengerechtes Wohnen im Ort legen, nicht zuletzt sprach der Bürgermeister auch den Seegraben an. Aktiviert Iden Fördergelder, könnte die geschätzt eine Million Euro teure Sanierung des Gewässers tatsächlich auf die Tagesordnung rücken. Für die Idener Sporthalle ist schließlich die Erneuerung der Außenfassade angedacht. Als Investitionssumme sind 150.000 Euro im Gespräch, die Gemeinde hofft auf einen Förderzuschuss in Höhe von 100.000 Euro.

Die Sporthalle zählte schon 2017 zu den wesentlichen Investitionsobjekten. 302.600 Euro (davon 100.000 Euro Fördermittel) wurden in die Innensanierung investiert. Die Maßnahme startete am 3. April und konnte am 21. Juli 2017 und damit früher als geplant abgeschlossen werden. Zudem wurde unter Einsatz von 13.000 Euro das Dach des Feuerwehrstützpunktes in Büttnershof neu eingedeckt, mit weiteren 17.300 Euro (davon 9700 Euro) ließ die Kommune die Einfahrt zum Gemeindewerk Iden grundlegend auf Vordermann bringen. Trotz dieser Investitionen verfügt die Kommune weiterhin über einen beträchtlichen finanziellen Spielraum, aktuell verfügt sie über Rücklagen von etwa 1,5 Millionen Euro und ist komplett schuldenfrei. „Das wollen wir auch weiterhin bleiben“, betonte der Bürgermeister. Am Beispiel von Zuwendungen für den örtlichen Sportverein Altmark Iden (2000 Euro), den Grundschulförderern (500 Euro), die Volkssolidarität (500 Euro), den Buchsbaumverein (250 Euro), die Feuerwehr (300 Euro) und die Landsenioren (250) sowie Zuschüssen für Dorffeste und Jubiläen (2000 Euro) zeigte Kuhlmann die Unterstützung der Gemeinde für das gesellschaftliche Leben in den Dörfern auf. Dabei dankte er allen Einwohnern, die sich in den Orten engagieren.

In seinen Ausführungen ging der Idener Bürgermeister auch auf die gerade jüngst wieder aufgeflammte Debatte zum Traditionsfeuer ein. Der Idener Rainer Pempel moniert seit Jahren, dass der Scheiterhaufen vor dem Entzünden nicht richtig umgeschichtet wird. Das bestreiten die Idener Brandbekämpfer und der Bürgermeister. „Wir schichten um“, betonte Kuhlmann. Von der gepflasterten Fläche, wo die Gemeinde das Brenngut übers Jahr sammelt, werde der Haufen weggenommen und dann neu auf der gepflasterten Fläche aufgestapelt. So wollen es Wehr und Bürgermeister auch zukünftig händeln, inklusive ganzjähriges Sammeln des Brenngutes, was eigentlich nicht sein dürfte. Sollte dies nicht machbar sein, sieht Kuhlmann für das Traditionsfeuer schwarz. Dann werde es zukünftig nur noch auf Lampionumzug und eine Feuerschale hinauslaufen, kündigte er an.

Neue Strecke für Sportplatz

Ein Ende des Traditionsfeuers würde Rene Schernikau ungern sehen. Der Verbandsgemeindebürgermeister, der sich auch mit Pempel ausgetauscht hat, sucht nach einem Weg, der die rechtlichen Vorgaben erfüllt, die Veranstalter des Feuers aber nicht überfordert und somit beide Seiten zufrieden stellt. Rainer Pempel ergriff beim Empfang ebenfalls das Wort, brachte aber abseits vom Traditionsfeuer noch andere Themen zur Sprache. So regte er beispielsweise mit Blick auf den Sportunterricht der Grundschüler die Einrichtung einer Kunststrecke auf dem Sportplatz an.