Osterburg l Die Stendaler Borg­hardtstiftung baut am Otto-Nuschke-Weg ein neues Domizil für die evangelische Kindertagesstätte der Biesestadt. Neben der Betreuung von bis zu 60 Mädchen und Jungen im Alter von 0 bis 6 Jahren hat die Stiftung für das mitten im Osterburger Altneubaugebiet gelegene Areal noch weitere Anliegen auf dem Zettel. Konkret soll sich das Grundstück zu einem generationenübergreifenden, öffentlich zugänglichen Begegnungsort weiterentwickeln. Um Platz für die dafür geplanten Freizeit- und Fitnessgeräte zu schaffen, will die Stiftung das Kita-Gelände über den zwischen August-Bebel-Straße und Karl-Liebknecht-Straße gelegenen Abschnitt des Otto-Nuschke-Weges hinaus ausdehnen. Die Stiftung würde das Grundstück von der Einheitsgemeinde erwerben und den Rückbau des Straßen-Teilstückes selbst finanzieren.

Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) und verschiedene Osterburger Stadtpolitiker begrüßen die Pläne der Borghardtstiftung, die die Kommune in einer ähnlichen Form in der Schublade hat. Schon im stadteigenen Konzept zur barrierefreien Gestaltung des Altneubaugebietes, das der Stadtrat im Jahr 2015 beschlossen hatte, plante die Kommune mit einer „grünen Mitte“ für das Quartier, die unter anderem auch Bewegungsgeräte für Senioren beinhalten sollte.

Bereits für dieses eigene Konzept fasste der Stadtrat einen Rückbau des Otto-Nuschke-Weges im Abschnitt zwischen Bebel-Straße und Liebknecht-Straße ins Auge. Mit Blick auf die Verkehrsführung im Altneubaugebiet hält die Kommune das Teilstück für entbehrlich. Einzig der in dem Bereich befindliche Glascontainer soll nach Angaben von Bauamtsleiter Matthias Köberle umgestellt werden, damit er auch nach dem Wegfall des Otto-Nuschke-Weg-Teilstückes von Entsorgungsfahrzeugen angesteuert werden kann.

Ortschaftsrat Wolfgang Tramp (Die Linke) steht den Absichten der Borghardtstiftung prinzipiell zustimmend gegenüber. „Für mich ist aber auch wichtig, wie die Einwohner des Altneubaugebietes diese Pläne sehen. Wir müssen die Bürger bei unserer Entscheidung mitnehmen“, fordert er ein. Tramp regt eine Einwohnerversammlung an, auf der die Borghardtstiftung vorstellen könnte, wie sie die Fläche gestalten möchte. Bauamtsleiter Matthias Köberle zeigte eine andere Möglichkeit auf, die Einwohner zur direkten Information nutzen könnten. Nach seinen Angaben hat das Rathaus Stiftungsvorstand Elmar Brandt sowie den Planer zur öffentlichen Bauausschusssitzung am 27. November eingeladen, um näher über das Projekt Aufschluss zu geben.

Sind Brandt und der entsprechende Planer bei der Bauausschusssitzung vor Ort, dürfte auch die Anregung von Jürgen Emanuel (Die Linke) diskutiert werden, ob im Bereich des heutigen Otto-Nuschke-Weges womöglich ein neuer Gehweg entsteht. Ob diese Verbindung zwischen August-Bebel-Straße und Karl-Liebknecht-Straße tatsächlich denkbar ist, können Stadt und Stiftung noch ausgiebig diskutieren. Denn bis das Teilstück des Otto-Nuschke-Weges seinen Status als öffentlicher Verkehrsweg verliert, geht noch Zeit ins Land. Gibt der Stadtrat wie aktuell anvisiert auf seiner Sitzung am Dienstag, 27. Oktober, grünes Licht für die Einleitung des Entwidmungsverfahrens, wird dieses laut Bauamtsleiter Matthias Köberle im Anschluss öffentlich bekanntgemacht. Danach hätten Einwohner und Träger öffentlicher Belange über eine Frist von drei Monaten Zeit für Hinweise und Einwendungen. Diese müssten im Anschluss abgewogen werden, bevor der Stadtrat schließlich mit einem erneuten Beschluss die endgültigen Weichen für die Entwidmung des Wege-Teilstückes stellen könnte.