Osterburg l Im Werbener Gotteshaus St. Johannis praktizieren Christen schon mittlerweile sechs Jahre erfolgreich das Modell „Offene Kirche“. Foit berichtete in der Biesestadt von den bisherigen Erfahrungen.

15 Osterburger Gemeindemitglieder waren bei der Gesprächsrunde dabei. Sie folgten nicht nur den Ausführungen des Werbener Pfarrers, sondern machten auch Vorschläge, wie die offene Kirche in Osterburg aussehen könnte. So entwickelte sich ein fruchtbarer Meinungsaustausch mit dem Abwägen der Möglichkeiten von Öffnungszeiten bis zu ehrenamtlichen Ansprechpartner für die Besucher.

Man bedenke: Werben hat derzeit 620 Einwohner, und insgesamt 40 von ihnen – jeweils zwei bis drei Leute – kümmern sich abwechselnd und stundenweise um vorwiegend auswärtige Interessierte, denen die Kirche von Mai bis Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr offen steht. „Wir haben, um uns einen Überblick über die Besucherfrequenz zu verschaffen, Strichlisten geführt sind zu beeindruckenden Ergebnissen gekommen“, so Foit. „Beispielsweise hatten wir 2014 immerhin rund 4900, 2015 dann 7000 und im vergangenen Jahr 5200 Besucher zählen können. Inzwischen ist der Besuch unserer Kirche in die Programme von Reiseveranstaltern aufgenommen worden.“ Der Eintritt sei frei, und Spenden der Besucher seien dabei ein positiver Nebeneffekt.

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Man sollte unter den Ehrenamtlichen jemanden finden, der in diesem Team sozusagen den Hut auf hat, die Leute einteilt und sich zum Beispiel um Ersatz kümmert, wenn jemand ausfällt. Es sei auch sinnvoll, für entsprechendes Werbematerial zur Kirche zu sorgen und vor der Tür einen so genannten „Kundenstopper“ (Aufsteller) mit dem Hinweis „Die Kirche ist offen“ aufzustellen. Hilfreich seien auch feste Öffnungszeiten.

Bereits während Foits Darlegungen entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch. Alle Überlegungen gipfelten darin, das Interesse vor allem der Besucher der Stadt wachzurufen: In Osterburg lohnt es sich die Kirche zu besichtigen. Es sollten Bereiche geschaffen werden, die besondere Aufmerksamkeit erregen, in denen man innere Einkehr halten und, wenn man Christ ist, durch das Gebet mit Gott reden kann. Es gelte einen Schlüsselbeauftragten zu finden, die Toilettenfrage müsse geklärt werden. Erhard Schmitz, der auch Stadtführungen durchführt, gilt als Sachkundiger von St. Nicolai. Er mutmaßt, dass auch Kreismuseumschef Frank Hoche zu Auskünften bereit sei und zudem die Ehrenamtlichen mit dem notwendigen Wissen ausstatten würde.

Die mehr zufällige Öffnung der Kirche am Karsamstag hätte bereits etliche Besucher in die Kirche gelockt, blickte Kreiskantor Friedemann Lessing zurück. „Also ist das Interesse da. Das müsse man wachhalten. Das bevorstehende Stadtfest wäre eine gute Gelegenheit für den Startschuss. Man müsse sich rechtzeitig über die Öffnungszeiten einigen.“ Und das tat man auch. Lessing ließ eine Liste herumgehen, in die sich Anwesende eintragen konnten, wann sie an den drei Tagen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen würden. So ist am Freitag, dem 12. Mai, die Kirche von 14 bis 17 Uhr und am Sonnabend, dem 13. Mai, von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Am Sonntag, dem 14. Mai ist das Gotteshaus ohnehin offen, denn da tritt am Nachmittag das Musicalprojekt Altmark mit dem Stück „Eleasar, der vierte König“ auf.