Osterburg l „Ich bin ja sonst nicht auf den Mund gefallen. Aber jetzt gerade fehlen mir die Worte.“ Das sagte Jana Henning, nachdem Laudatorin Diana Kokot sie am Dienstagabend in der Osterburger Geschäftsstelle der Kreissparkasse Stendal als neue Kulturpreisträgerin vorgestellt hatte. Die Osterburgerin, die sich auf vielen Wegen und besonders im kulturellen Bereich für die Region engagiert, fühlte sich „im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet“. Und stellte gleichzeitig klar, „dass das alles ja keine ,One-Woman-Show‘ ist. Davor und dahinter, darüber und darunter steht ein großes Wir.“ Henning bedankte sich bei ihrem Ehemann Lars für seine Unterstützung, sowie bei allen, die an Aktionen wie beispielsweise dem inzwischen zweiteiligen Altmarkbuch „In the Middle of Nüscht“ oder dem Jemüschtwarenladen beteiligt waren. Das Gemeinschaftliche, „dieses Wir hat mich wieder richtig in der Altmark ankommen lassen“, sagte die Preisträgerin.

Nach dem Abi ins Rheinland

Damit spielte die gebürtige Flessauerin darauf an, dass sie nach dem Abitur bis 2011 im Rheinland zu Hause war. Bei ihrer Rückkehr in die Heimat sei sie mit einer „Lobhudelei an das altmärkische Sprech“ aufgeschlagen, wie Henning es schmunzelnd selbst beschreibt. Denn als die Einheitsgemeinde 2012 nach einem neuen Slogan suchte, schlug sie „In the Middle of Nüscht“ vor, blickte Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) zurück. Weil der Spruch als offizieller Slogan für die Einheitsgemeinde doch etwas zu kess erschien, habe sich die Kommune damals zwar für „Wir leben Land“ entschieden, „In the Middle of Nüscht“ sei aber unter den fast 200 Slogan-Vorschlägen bis in die Endauswahl gelangt. Nico Schulz, der Jana Henning auch als sehr engagierte städtische Mitarbeiterin schätzt, übergab gemeinsam mit Kulturausschusschef Wolfgang Tramp den mit 500 Euro dotierten Kulturpreis. Musikalisch umrahmt wurde die Ehrung von Henning Köberle am Keyboard sowie Kreismusikschulleiter Julian Gorus.