Kaputte Fliesen

Osterburg: Stadt schiebt Reparaturarbeiten im Hallenbad an

Seitdem im Frühjahr 2021 im städtischen Hallenbad in Osterburg erneut beschädigte Fliesen festgestellt wurden, liegt das Becken „trocken“. Nun will die Stadt Reparaturarbeiten anschieben.

Von Nico Maß
Blick auf einen beschädigten Fliesenbereich im Beckenumgang. Die Stadt schiebt jetzt Reparaturarbeiten an.
Blick auf einen beschädigten Fliesenbereich im Beckenumgang. Die Stadt schiebt jetzt Reparaturarbeiten an. Foto: Nico Maß

Osterburg - Mit einer Investition in vermutlich fünfstelliger Höhe kann die Einheitsgemeinde Osterburg ihre Schwimmhalle wieder für den Badebetrieb flott machen. Denn nach Einschätzung eines Fachmannes, der das städtische „Sorgenkind“ schon vor vier Jahren unter die Lupe nahm und jetzt nach einer weiteren Vor-Ort-Visite ein neues Gutachten vorlegte, sind die Schäden unterhalb der Fliesen seitdem nicht weiter vorangeschritten.

Gutachten verneint strukturelle Schäden

„Es wurden keine strukturellen Schäden in der Bewehrung der Konstruktion sowie des Umgangs festgestellt“, gibt Bauamtsleiter Matthias Köberle die Einschätzung des Gutachters wieder. Gemeinsamer Wille der Landessportschule als Betreiberin sowie der Einheitsgemeinde als Eigentümerin des Bades sei es nun, die Reparatur zügig voranzubringen. Wann das Maßnahmepaket aus Estrich-, Fliesenarbeiten sowie einem neuen Schutzanstrich für das Becken in Angriff genommen werden kann, dazu äußerte sich Köberle nicht. Zwar kalkuliert er für die Instandsetzung mit einem Arbeitszeitraum von sechs bis acht Wochen. Wann eine geeignete Baufirma beauftragt werden könne und wann diese die Arbeit aufnehmen werde, sei aber noch nicht absehbar.

Grundlegende Sanierung soll 2025/26 folgen

Ähnliche Reparaturarbeiten hielten den Badebetrieb schon des Öfteren über Wasser. Denn Schäden an Fliesen sind für die Schwimmstätte ein Dauerproblem. Weil das Fliesenmaterial im Becken sowie Beckenumgang beim Bau der im Juni 2006 eröffneten Schwimmstätte nicht sachgemäß verlegt worden sein soll, sickerte in den zurückliegenden Jahren Wasser durch die Betonkonstruktion. Spätestens, seitdem der jetzt wieder zu Rate gezogene Gutachter im Jahr 2017 ermittelte, dass das Wasser schon technische Anlagen beschädigte, gilt das Bad im Rathaus als Sanierungsfall. Mit Blick auf die Kosten von geschätzt 3,3 Millionen Euro hat die Kommune das Projekt aber erst für 2025/26 auf dem Zettel. Zwar sollen 90 Prozent des Betrages aus einem Fördertopf des Landes finanziert werden. Doch selbst der rund 330 000 Euro hohe Eigenanteil sei für die Kommune erst ab 2025/26 zu stemmen.

So viel „Luft“ scheint das Gutachten eines zweiten Fachmannes der Stadt zu geben. Danach habe die Kommune nach Angaben von Matthias Köberle noch einen Zeitkorridor von fünf Jahren, bis die Betonkonstruktion strukturelle Schäden davontrage. Letztere würden eine Sanierung noch einmal ungemein verteuern.