Umwelt

Osterburg: Stadtratsfraktion schlägt Gründung eines Klima-Gremiums vor

Gründet sich in Osterburg eine Klima-Arbeitsgruppe? Dafür tritt die Fraktion Grüne/FDP des Osterburger Stadtrates ein.

Von Nico Maß 22.07.2021, 15:59
David Elsholz vor der Parkplatz-Baustelle an der Lindenstraße in Osterburg. Derartige kommunale Bauprojekte sollten zukünftig einem Klima-Check unterzogen werden, fordert er. Dass dort eine E-Tankstelle entstehen wird, begrüßt der Stadtpolitiker.
David Elsholz vor der Parkplatz-Baustelle an der Lindenstraße in Osterburg. Derartige kommunale Bauprojekte sollten zukünftig einem Klima-Check unterzogen werden, fordert er. Dass dort eine E-Tankstelle entstehen wird, begrüßt der Stadtpolitiker. Foto: Nico Maß

Osterburg - Geht es nach den Vorstellungen von David Elsholz (Bündnis 90/Die Grünen) und seinem Stadtrats-Fraktionskollegen Mathias Fritze(FDP), könnte dem Schutz des Klimas in der Lokalpolitik sowie im Rathaus der Biese-stadt zukünftig ein größeres Gewicht beigemessen werden. Die beiden Stadträte haben den Anstoß für ein Gremium gegeben, in dem Fragen des Klimaschutzes in der Kommune diskutiert, Handlungsempfehlungen besprochen und nicht zuletzt mögliche Konzepte für lokale Klima-Projekte und Initiativen entworfen werden könnten. Mehr Anstrengungen für einen besseren Klimaschutz auch vor der eigenen Osterburger Haustür halten Elsholz und Fritze schon aufgrund der Ambitionen der Bundesregierung geboten, den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen drastisch zu senken. Dieses ehrgeizige Ziel könne die Regierung nur gemeinschaftlich mit einer Vielzahl an lokalen Akteuren erreichen, sind die Fraktionsmitglieder von Grüne/FDP überzeugt.

An Themen dürfte es einer Osterburger Klima-Gruppe nicht mangeln. Wie groß die mögliche Bandbreite ist, zeigt David Elsholz am Beispiel von Projekten auf, die bereits von anderen Städten und Gemeinden erprobt worden seien.

Energieeinsparung soll zum Thema werden

So wären andernorts bereits Förderanträge zur Erarbeitung von kommunalen Klimaschutzkonzepten ausformuliert. Abseits davon sei die Überprüfung aller kommunalen Einrichtungen und Anlagen auf energiesparende Maßnahmen denkbar. Ein Beispiel dafür: Die Einheitsgemeinde Osterburg habe ihre Straßenbeleuchtung schon komplett auf LED umgestellt, „dennoch könnte man noch über eine präzisere Schaltautomatik für die Sommermonate nachdenken und die Beleuchtung hier und da auch mal gänzlich abschalten“, sagt Elsholz.

Eine Klima-Gruppe sollte sich mit Müllvermeidung und Ressourcenschonung in allen Bereichen der Kommune auseinandersetzen und sich mit dem Regionalverkehr und Radwegkonzepten beschäftigen. Auch den Ausbau der Infrastruktur für die E-Mobilität, aktuell sind im Zuge des Parkplatzbaus an der Lindenstraße in Osterburg die ersten E-Ladesäulen an der Innenstadt angedacht, könnte das neue Gremium im Blick haben. Beschlüsse des Stadtrates sowie Investitionen der Kommune einem Klimacheck zu unterziehen, Schulen und Jugendeinrichtungen in die Klimaarbeit einzubeziehen und nicht zuletzt für den Erhalt von Naherholungs- und Naturschutzgebieten einzutreten, seien weitere etwaige Arbeitsfelder für die Gruppe.

Diskussion wird nach der Sommerpause vertieft

Während der jüngsten Stadtratssitzung machte David Elsholz schon einmal auf das mögliche Klima-Gremium aufmerksam. Dabei stieß der Bündnisgrüne bereits auf Rückenwind von anderen Stadtpolitikern. So stimmten Jürgen Emanuel (Die Linke) und Matthias Lenz (Freie Stadträte) der Idee grundlegend zu. Und Michael Handtke (Freie Stadträte) äußerte schon die Bereitschaft, selbst in einem Klima-Gremium mitzuarbeiten. Wie die Gruppe am Ende aufgestellt sein könnte und welche Aufgaben sie dann tatsächlich auf dem Zettel hat, dürfte sich nach der politischen Sommerpause zeigen. Dann wollen sich die Osterburger Stadtpolitiker erneut und tiefergehender mit dem Thema befassen.