Osterburg l Erst ging das Stäbchen in den Mund, dann in die Nase. „Und da kitzelt es ganz schön“, sagte gestern Katrin Lehmann, die Leiterin der Osterburger Grundschule am Hain. Bevor angesichts der Corona-Pandemie die Notbetreuung in der Einrichtung wieder aufgenommen werden konnte, musste qua Auflage des Landes das gesamte Personal der Einrichtung auf das Virus getestet werden. Nach einigem Hin und Her, wie dies genau von statten gehen sollte, konnte die Hain-Schule dabei auf besondere Unterstützung setzen. Denn mit Paul Schröter übernahm ein früherer Schüler des Hauses die Regie bei den Testungen. Der 22-Jährige studiert im polnischen Szczecin (Stettin) im dritten Semester Medizin und war schon einige Wochen Teil des mobilen Impfteams des Landkreises Stendal, kennt sich also mit der Handhabe aus. Während Schröter selbst die Abstriche vornahm, assistierte ihm Jakob Lehmann, der Sohn der Schulleiterin, bei allen weiteren Schritten.

Lob für ruhige Art

Als Paul Schröter Grundschüler war, hatte er nicht nur längere Haare, sondern war auch das Backsteingebäude noch nicht in heutiger Form umgebaut. „Aber hier drüber hatte ich Unterricht“, so Schröter, der – selbst in voller Schutzmontur – auch seinen früheren Sportlehrer Friedrich Neuling unter seine Fittiche bekam. „Er war ein sehr sportlicher Schüler“, so Neuling. Davon zeugte im großen Testraum sogar noch eine Tabelle an der Wand: In der vierten Klasse sprang Paul Schröter, darauf wie seine Mitschüler mit Foto abgebildet, im Weitsprung 3,85 Meter. Das sei schon ordentlich, war man sich gestern morgen einig. „Und diese nette Art hatte er damals schon“, so Neuling. Von dieser sprach auch Katrin Lehmann, „er erklärt alles so ruhig, das wird ihm später als Arzt helfen“, sagte sie, die ob der besonderen Hilfe der jungen Männer sehr dankbar war.

Alle 18 Personen negativ

18 Personen wurden getestet, neben den Lehrern auch die Sekretärin, der Hausmeister, das Küchenpersonal sowie die Reinigungskräfte. Alle Tests waren negativ, „zum Glück“, sagte Katrin Lehmann. Wobei man sich in der Runde auch darüber wunderte, dass das Personal voraussichtlich nur einmal getestet wird. Und dass die Kinder überhaupt nicht getestet werden. Zehn der insgesamt 220 Schüler wurden gestern notbetreut. „Aber das wird sicher mehr.“

Bilder

Paul Schröter ist dann vielleicht schon wieder in Szczecin. Sein Studiengang ist auf Englisch, er hat auch Polnisch-Unterricht. Als Katrin Lehmann ihn gefragt hat, ob er nicht helfen könne, musste er nicht lange überlegen. Bei der früheren Schule sei das ja so etwas wie Ehrensache. „Und Praxiserfahrungen schaden nie.“