Drüsedau/Einwinkel l Beim Streit um die Zukunft des Eichenwäldchens hinter dem alten Gutshaus in Einwinkel scheinen sich die Einwohner und die Gemeinde „Altmärkische Höhe“ nach den Querelen in der jüngsten Vergangenheit etwas näher gekommen zu sein.

Jedenfalls wurde bei der letzten Sitzung des Gemeinderates für dieses Jahr am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Drüsedau ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Verkauf beziehungsweise den Tausch der rund 5,6 Hektar großen Fläche wieder von der Tagesordnung genommen. Dafür stellten Antje Michaelis und Kathrin Festerling (die eine ist langjährige Einwinkelerin, die andere Heimkehrerin), das schon länger angekündigte Konzept vor, das die sprichwörtliche Kirche im Dorf lassen und den Park weiterhin öffentlich nutzbar machen würde. Die Kommune müsst dafür allerdings auf Einnahmen beziehungsweise Tauschflächen für eigene Projekte verzichten, wäre aber auch die Verantwortung für das umstrittene Areal los.

Eichen nicht nur zur Brennholzgewinnung da

Das Konzept machte klar, dass das Gelände zwischen der Kossebauer Straße und dem Zehrengraben, der in Einwinkel noch Halmay heißt, für die meisten Einheimischen eben doch nicht nur für die Brennholzgewinnung interessant ist. Die beiden Protagonisten waren im Dutzend mit Gleichgesinnten erschienen und versicherten, rund 20 Einwinkler hinter sich zu haben, die bereit wären, einen gemeinnützigen Verein ins Leben zu rufen, der den Park zwar nicht kaufen, aber pachten würde, um ihn zu erhalten.

Bilder

Rittergut erlebte seine Blüte im 19. Jah

Dass das Gelände wirklich mal als Park für das Gutshaus angelegt wurde, konnte Pfarrer Norbert Lazay bestätigen. Die Vergangenheit des Rittergutes reiche bis ins Spätmittelalter zurück, was auch die ältesten Eichen bestätigen, von denen wenigstens vier als Einzeldenkmale besonderen Schutz genießen. Seine Blütezeit, so Lazay auf Nachfrage der Volksstimme, habe der Park im 19. Jahrhundert mit eigenem Gärtner erlebt, auch wenn davon bis auf die Hauptsichtachse, die zum eins separat privatisierten Gutshaus zeigt, kaum mehr was zu erkennen ist.

Alte Pläne, in denen früher sogar ein Teich eine tragende Rolle spielte, könnten vielleicht hilfreich sein, wenn sich der Verein gründen und den Zuschlag von der Gemeinde erhalten sollte, um den Park auf eigene Kosten mit fachlicher Begleitung durch die Forstbetriebsgemeinschaft Osterburg sowie das Betreuungsforstamt auf Vordermann zu bringen und vielleicht sogar die alten Parkfeste wieder aufleben zu lassen. In erster Linie geht es allerdings darum, den Park der Öffentlichkeit für Freizeit und Erholung zugänglich zu machen und mit Unterstützung des Landeszentrums Wald etwas in Sachen Waldpädagogik und damit für das Naturverständnis des Nachwuchses und dessen allgemeiner Entwicklung zu unternehmen. Vielversprechende Vorgespräche seinen nicht nur mit forstlichen Institutionen, sondern auch mit Kindereinrichtungen und Schulen des Einzugsbereiches geführt worden.

Auch wenn sich der Höhe-Bürgermeister dieses Gespräch früher gewünscht hätte, vernahm er die Ausführungen ebenso wie seine Ratsmitglieder aufmerksam, ohne aber eine Wertung abzugeben. Für Ende Januar kündigte das Gemeindeoberhaupt eine Ratssitzung an, die sich speziell diesem Thema widmen werde. Bis dahin regte er an, dass sich die Einwinkler Park-Freunde mit der Rechtsabteilung in der Rathausverwaltung zusammensetzen, um mal die gegenseitigen Vorstellungen für einen Pachtvertrag auf Machbarkeit abzuklopfen.

Aus Zusage sollten die Gäste die Geste aber noch nicht verstehen. Das Gebotsverfahren für das Eichenwäldchen ist nicht aufgehoben, sondern läuft vielmehr noch bis Ende des Jahres weiter. Und in dem ist von Pacht bislang eigentlich nicht die Rede.