Osterburg l Baumaschinen rollen erst nach dem Stadt- und Spargelfest 2021 auf den Parkplatz an der Lindenstraße. Darauf habe man sich in der Verwaltung verständigt, sagte Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler). Die Kommune tritt auf die sprichwörtliche Bremse, dabei könnte sie jetzt tatsächlich loslegen. Schließlich sei Anfang der Woche die vom Landesverwaltungsamt ausgestellte Genehmigung für den sogenannten vorzeitigen Maßnahmebeginn im Osterburger Rathaus eingetroffen, bestätigte Schulz.

Das „grüne Licht“ aus der Landesbehörde räumt der Einheitsgemeinde ein, Fördermittel für die Millioneninvestition an der Lindenstraße einzusetzen, die eigentlich für die Projekte Rathaus-Anbau sowie Neubau des ersten Abschnittes der August-Bebel-Straße gedacht waren. Die Finanzierung des Parkplatz-Umbaus scheint damit in trockenen Tüchern, trotzdem lässt die Kommune von Bauarbeiten noch in diesem Jahr die Finger. „Weil wir Bedenken haben, dass wir nicht mehr rechtzeitig vor dem Stadt- und Spargelfest im Mai 2021 fertig werden“, begründete der Bürgermeister. So sei Stand heute eben überhaupt nicht einzuschätzen, ob ein milder Winter ins Haus stehe, der eine Fortsetzung der Bauarbeiten über die kalte Jahreszeit erlaube. Oder ob womöglich sogar das Gegenteil eintreffe, gab Nico Schulz zu bedenken. Sicher sei dagegen, dass das an der Lindenstraße gelegene Gelände unbedingt für das Osterburger Stadtfest benötigt werde. Der Platz wird zur Party schon traditionell von großen Fahr- und Unterhaltungsgeschäften in Beschlag genommen.

Das soll auch 2021 so sein, deshalb werde der Parkplatz Lindenstraße erst nach dem Festwochenende zur Baustelle, legte Schulz sich fest. Sämtliche Vorbereitungen wie beispielsweise die Ausschreibung der Millioneninvestition will die Einheitsgemeinde aber bis dahin über die Bühne bringen, um unmittelbar nach dem Ende des Stadt- und Spargelfestes sofort mit dem Tiefbau beginnen zu können.

Abgesehen von kleineren Projekten wie einem Wendehammer für die Jüdenstraße, die Sanierung der Werbener Straße im Bereich zwischen Naumannstraße und Gartenstraße sowie dem Bau einer ordentlichen Zuwegung für den Friedhof von der Gartenstraße aus setzt die Neugestaltung des Parkplatzes an der Lindenstraße den Schlusspunkt hinter 30 Jahre Osterburger Städtebausanierung. Neben der Befestigung des Platzes gehört auch eine Zisterne zur geschätzt 1,2 Millionen Euro teuren Investition. Letztere, mit einem Fassungsvermögen von 200 Kubikmetern vorgesehen, soll unter dem Parkplatz eingebaut werden und einen „weißen Fleck“ in der Löschwasserversorgung der Osterburger Innenstadt beseitigen.