Osterburg l In der Osterburger Musikmarkthalle bewiesen sie einmal mehr, warum sie so beliebt sind.

Vor wenigen Wochen hatten sie im Rahmen der Landesliteraturtage den Kulturförderpreis der Volksstimme erhalten. Preisgeld inklusive. Ihre treuesten Fans beschenkten die Musiker jetzt mit Freikarten für das Konzert am Sonnabend in Osterburg, denn mit ihnen wollten sie die ihnen zuteil gewordene Ehre feiern. 150 Freunde handgemachter Musik schwoften, bis das Licht ausging. Präsentiert wurde die Rockband vom Team des Biesecafés.

„Wir sind hier zu Hause und wollen für die Menschen Musik machen, die uns kennen“, sagt Uwe Diebel ganz klar. „Muss gehen“, schiebt er mit Hinblick darauf nach. Ja, die Jahre sind nicht ohne Spuren an ihnen vorbeigegangen, aber das Feuer in den Augen der Bandmitglieder konnte am Sonnabend wieder jeder sehen.

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Zum mittlerweile dritten Mal trat „Past“ in der ehemaligen Autowerkstatt von Seefluth-Ahrends auf. Ihre Anfänge erlebte die Band 1975/76, bemerkt Diebel. Heiko Schmeichel, der seine Gaststätte extra für „Past“ geschlossen hatte, weiß es ganz genau: „Als ich Schüler der 10. Klasse war, ist Past zum Abschlussball im Kreiskulturhaus aufgetreten. Das war 1976 und ihr erster Auftritt.“ 40 Jahre verbindet er Past mit guter handgemachter Musik und seiner Jugend. Kein Wunder also, dass er an diesem Abend mit seiner Lebenspartnerin Heike Pefestorff zum Tanz wollte.

Zwischen den Jahren wechselte die Besetzung, aber die ursprüngliche mit Ralf und Benno Zimmermann (Gitarre), Uwe Diebel (Keyboard), Klaus-Dieter Theml (Schlagzeug), Uwe Bätz (Bass) und Hajo Zimmermann (Gesang) kam in den 90ern endgültig wieder zusammen. Seit 15 Jahren verstärkt Jutta Völzke die Männer.

Gibt’s da eigentlich einen Boss? Uwe Diebel lacht: „Jeder hat was zu sagen, der eine mehr, der andere weniger.“ Fakt ist, geprobt wird bei Hajo Zimmermann in Polkern, der ja auch noch mit seiner Band der Groove ’n’ Soul Company unterwegs ist.

Zu ihren Hoch-Zeiten traten die Musiker besonders gern in Wohlenberg, Stapel und im Kreiskulturhaus Osterburg auf. Und natürlich in Walsleben. „Walsleben, das war eigentlich unsere Identität“, bemerkt Diebel und lässt seinen Blick auf die Fotos an der Wand fallen, die Theml in wochenlanger Arbeit zu einer Reise durch die Zeit arrangiert hat. Wie oft der Saal von Achim Kerstin auf dem Bild war, keine Ahnung, aber noch einmal in dem Saal aufzutreten, so wie früher um die Weihnachtsfeiertage, das wär’s. Erwähnt das Past-Urgestein nachdenklich.

„Wir sind Vorwendekinder und davon geprägt, aber wir haben nie aus politischen Gründen Musik gemacht, sondern aus emotionalen“, betont der Keyboarder außerdem.

Oft kommt Past rauchig und wild daher, „Smoke on the water“ lässt grüßen. ZZ Top, Deep Purple, Puhdys, CCR, Fleetwood Mac – muss alles sein, sonst kommen sie nicht von der Bühne.

Neuzeitliche Hits legen sie oben drauf als Sahnehaube. Als Hajo Zimmermann nach mehr als vier Konzert-Stunden das Licht ausknipst, geben die Hardcore-Fans keine Ruhe, rufen „Zugabe, Zugabe“, und die anderen Zimmermanns spielen schon wieder. Ralfs „Hey, hey“ dringt durch das Mikro. Sie haben eben ein großes Herz. Für die Musik. Und ihre Fans.