Seehausen l An der Seehäuser Petrikirche konnten in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen zum Erhalt des Backsteinbaus umgesetzt werden. Insbesondere die Dachsanierungen von  der Apsis über die Seitenportale bis zum Turmverbinder trieben die Verantwortlichen um. Jetzt will die Glaubensgemeinde die Holzwurmbekämpfung in der Hallenkirche forcieren.

Der gemeine Nagekäfer und dessen Larven setzen der Inneneinrichtung seit vielen Jahren zu. Sowohl das bis zu 600 Besucher fassende Gestühl als auch die Kanzel, der Altar, die Treppen zur Orgelempore oder zur Empore über der Sakristei, die Türen sowie das Gehäuse der sonst restaurierten Lütkemüller-Orgel sind betroffen. Dass sich etwas tun muss, haben die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates (GKR), Katharina Fischer, und ihre Mitstreiter mit einem Gutachten inzwischen schwarz auf weiß in der Hand. Mittlerweile ist auch eine Fachfirma aus Bremerhaven gebunden, die auf die Bekämpfung des Schädlings durch Begasen spezialisiert ist.

Das Begasen der mit Folie eingehausten Holzteile schien den Verantwortlichen im Vergleich zu Anstrichen der sicherste und schnellste Weg, um die Plagegeister auf einmal loszuwerden. Außerdem fand das Verfahren auch die Zustimmung der Denkmalschützer. Die Bekämpfung soll in der 46. Kalenderwoche stattfinden.

Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf rund 40 000  Euro. Geld, das sich aus Mitteln aus dem Baulastfond des Kirchenkreises Stendal und Eigenmitteln zusammensetzt. Weil keine Zuschüsse fließen, sind Spenden willkommen. Nach einem ersten Aufruf in der Volksstimme im Juli 2017 flossen rund 2500 Euro.

Jetzt, wo Zeitpunkt, Verfahren und Kosten bekannt sind hofft die GKR-Vorsitzende, dass noch weitere Summen auf dem Konto des Kreiskirchenamtes Stendal, BIC: GENODED1DKD, IBAN: DE75 3506 0190 1558 246037, Verwendungszweck Holzwurmbekämpfung Seehausen 6871/02/8110.01.2211, eingehen. Bei Angaben von Namen und Anschrift gibt es auch Spendenquittungen.

Um die Kosten für die Holzwurmbekämpfung möglichst niedrig zu halten, biete die Kirchengemeinde zudem an, private Kleinmöbel gegen eine Spende von 50 bis 80 Euro (je nach Größe) mitbehandeln zu lassen. An Platz mangelt es in der Petrikirche ja offensichtlich nicht. Kleinmöbel umschreibt Katharina Fischer so, dass sie von Hand transportiert werden können und durch die Kirchentür passen müssen.

Die Möbel werden aus logistischen Gründen nur am Freitag, 9. November, zwischen 15 und 16 Uhr angenommen. Anmeldungen und Nachfragen sind bei Pfarrerin Almuth Riemann schriftlich (Kirchplatz 3) oder per Mail (riemann@kirchenkreis-stendal.de) möglich.

Mit dem Start der Begasung sind alle Interessierten für Montag, 12. November, zu 18 Uhr ins Gemeindehaus eingeladen, um sich fachlich erklären zu lassen, wie es den Holzwürmern an den sprichwörtlichen Kragen geht.