Goldbeck l Wie machen sie das nur, die Frauen der Eichstedter Volkssolidarität? Nach 2011, damals noch auf einem Vier-Seiten-Hof, und 2016 wurde ihr Pflaumenmus am Sonnabend zum dritten Mal auf Rang 1 gewählt. 70 Besucher kosteten sich dafür unter der Regie von Kerstin Sasse „blind“ durch die sechs Kessel. Das Mus der Eichstedter traf einmal mehr den Geschmack der meisten Verkoster. Die Gewürze, bitte?! Njet! Diese waren von Kessel zu Kessel auch bei diesem Plummusfest ein groß gehütetes Geheimnis. Viel Liebe sei darin, „und ganz viel Lust“, ließ sich Evelin Walter von den „Eichstedter Muuusköch“ immerhin entlocken.

Rainer Moser von den „Königsmarker Kampfpflaumen“ erwähnte augenzwinkernd, dass sein Team ein Kilogramm Kassler unter die Pflaumen gemengt hat, „und Team 1, die pinken, sollen sogar ein Kaninchen mitkochen, samt Fell“. Derart machten etliche Geschichtchen die Runde, „wir haben also riesigen Spaß“, bekundeten die Plummusköche fast unisono. Das Wetter passte, die Besucher strömten. Bürgermeister Torsten Dobberkau nahm am Sonntag vorsichtig die Zahl 1500 in den Mund. „Wir sind rundum zufrieden, bei den Vereinen ist auch viel hängen geblieben.“ Dass einem immer auch irgendetwas auffällt, was beim nächsten Mal noch bessser gemacht werden könnte, sei ja ganz klar.

Rund 1300 Kilogramm Pflaumen nahmen Pflaumenankäufer und Mitorganisator Helmut Sasse sowie der Kulturausschuss-Vorsitzende Gunnar Falk am Freitag in Empfang. 400 Kilogramm wurden allein von den „Flotten Fegern“ des TSV Hindenburg-Bertkow und weiteren Bertkowern gepflückt. „Das war super Qualität, kaum madige Pflaumen, allenfalls hätten manche sogar noch eine Woche länger am Baum hängen können.“ 960 entsteinte Pflaumen landeten schließlich in den sechs Kesseln, die bereits am frühen Sonnabendmorgen angeheizt und später mit Gewürzen versehen wurden.

Bilder

Margitta Mattern aus Birkholz, die mit ihren Topflappen, Eierwärmern und Teddys zu den Kleinhändlern gehörte, war das erste Mal beim Plummusfest und ganz angetan. „Jeder hat hier seine Aufgabe und doch läuft alles gemeinsam ab. Das war eine Freundlichkeit, als wir hier ankamen, ich habe gestaunt.“