Seehausen l Obwohl sich die Zeiten bei der Berufsausbildung gründlich geändert haben und viele Lehrbetriebe mittlerweile händeringend auf Nachwuchssuche sind, kommen längst nicht alle Schüler mit Haupt- und Realschulabschluss in einer Firma unter. Auch beim Wunschberuf müssen immer noch viele Jugendliche Abstriche machen.

Um Enttäuschungen zu vermeiden und die Zukunft früh in geordnete Bahnen zu leiten, greifen viele Schulen im Rahmen verschiedener Projekte, aber vor allem mit Unterstützung von Bildungsträgern ihren Schützlingen schon früh unter die Arme. In der Winckelmann-Gemeinschafts-Schule Seehausen beginnt die Berufsorientierung ebenfalls bereits in der 7. Klasse. So sind sechs Salzwedeler Mitarbeiter des Grone-Bildungszentrums Sachsen-Anhalt in dieser Woche in Seehausen zu Gast, um mit den betreffenden jungen Damen und Herren der beiden siebenten Klassen an jeweils zwei Tagen unter anderem eine individuelle Potenzialanalyse zu erstellen.

Hintergrund des mehrstündigen Prozederes ist es, in kleinen Gruppen im Rahmen von Tests oder Frage-Antwort-Spielen herauszufinden, wo die fachlichen und sozialen Stärken der Teilnehmer liegen und welche Berufsausbildungen oder auch welche weiteren Schulwege für die betreffenden Schüler in Frage kommen könnten. Zum einen, um später Enttäuschungen zu vermeiden. Zum anderen aber auch, um möglichst früh mit betreffenden Ausbildungsbetrieben zum Beispiel in Form von Praktikas in Kontakt zu kommen.

Die Ergebnisse der persönlichen Analysen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können fortgeschrieben werden, ließ Grone-Mitarbeiterin Nadja Lüttich wissen. Ziel ist es, Schüler, die das wünschen im Rahmen einer Förderung möglichst mit Rat und Tat bis zum Ende der Schulzeit und im Idealfall sogar noch im ersten Lehrhalbjahr regelmäßig zu begleiten.