Iden l Jens-Uwe Marquardt hatte sich augenscheinlich ins Zeug gelegt. Als er im Trupp mit seiner Frau Petra Marquardt, Gabi Liermann und Erika Koch hinunter ans Wasser des Idener Seegrabens stieg, scheute er nicht, sich lang zu machen, um aus dem Modder zu zerren, was dort nicht hineingehört, der Gewässertiefstand zum Vorschein brachte: ein Dreirad, eine Kaffeemaschine, Teile von Dachrinnen, ein Bauschild, en masse Flaschen, Stacheldraht, Plastikkram und als negativer Clou gar einen Heiz-Badeofen. „Unglaublich“, sagte Marquardt. Zum Glück roch es da unten nach Minze. „Wasserminze oder so, das war recht angenehm.“ Ansonsten hatten auch die vier nur Kopfschütteln übrig für das, was manche Menschen so tun: ihren Müll einfach in die Natur schmeißen. „Wir wollen es doch hier schön haben.“

Und weil das so ist, rief der Gemeinderat Iden auch als Reaktion auf eine Anregung aus der Einwohnerfragestunde zum ersten „Müll-Subbotnik“ seit Langem auf. Parallell zur jährlich stattfindenden Hallenreinigung des SV Altmark Iden. Einige zogen erst mit Müllbeuteln durchs Grün und nahmen später in der Halle den Wischlappen in die Hand. „Naja, ein paar mehr Leute hätten es schon sein können“, sagte Gemeinderatsmitglied Hans-Heinrich Francke, „für die Größe unseres Dorfes sind 15 Leute ja nicht viel“, womit er allein die Draußenaktion meinte. Kopfnicken aus der Runde, aber auch dieses gute Gefühl, etwas fürs Dorf getan zu haben. Ulf Gieschler schleppte einen üblen Klassiker an: einen ausrangierten Plastikeimer voll gefüllt mit Betonresten. Peter Urbanke staunte, was er an kleinen Schnapsflaschen fand, der Weg nach Hindenburg sei gesäumt davon. Kopfschütteln reihum. Und das stille Einvernehmen, dass das nur der Anfang gewesen sein kann. Im Frühjahr, wenn die Natur noch unbelaubt, das Gras noch nicht gewachsen ist, wird das eigentliche Ausmaß erst offenbar. „Aber wir wollten ausnutzen, dass der Seegraben den niedrigen Wasserstand hat“, sagte Bürgermeister Norbert Kuhlmann, der den Müll vom Landkreis entsorgen lässt.

Über den Graben hinaus waren die Helfer etwa noch am Pflaumenweg unterwegs, am Sportplatz und in der Rohrbecker Heide. Dort am Wegesrand fand Annette Holtz einen Haufen Zigarettenkippen, einen Quadratmeter groß, drei Zentimeter hoch. Ohne Worte.

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Jungs, die derweil auf den Spielgeräten am Sportplatz „abhingen“, hätten überhaupt nichts von der Sammelaktion gewusst. Vielleicht seien sie ja das nächste Mal mit dabei.