Seehausen l Lange haben die Mitglieder des Seehäuser Kirchenfördervereins um ihren Vorsitzenden Walter Fiedler den Coup vorbereitet, das Vorhandene jahrelang mit viel Eigenleistung vor dem Verfall gerettet, Geld gesammelt und Förderanträge gestellt. Die Kirchengemeinde sorgte zwischenzeitlich dafür, dass das Verbinderdach saniert wurde und kein Wasser mehr in das bis 1958 bewohnte Domizil eindringen konnte.

Was mit dem Leaderprogramm nicht so recht klappen wollte, können die Kirchenförderer jetzt mit Hilfe der „Denkmalförderung Sachsen-Anhalt 2019“ in die Tat umsetzen. Theo­retisch hätten sie bis Ende des Jahres Zeit, ihre Pläne in die Tat umzusetzen und Leistungen abzurechnen. Praktisch soll nach Möglichkeit schon bis Ende Mai Vollzug gemeldet werden. Dann, wenn eine neue Saison der Aktion „Offene Kirche“ beginnt und wieder verstärkt Besucher Einlass im Gotteshaus begehren, hofft Fiedler auf einen frühen Abschluss.

59.150 Euro kann der Verein in das Projekt investieren, wobei der Eigenanteil bei 17.150 Euro liegt. Das Geld soll dafür reichen, dass die Turmluken, die der Historie wegen offen bleiben sollen, mit einem Gitterfenster versehen werden beziehungsweise schon versehen wurden. Alle anderen Luken bekommen dieser Tage stilechte Holzläden, die für Besucher geöffnet werden können. Während bislang vor allem der Blick aus den Fenstern der Türmerwohnung in Richtung Norden und Osten möglich war, ist jetzt bei Bedarf freie Sicht in alle Himmelsrichtungen gegeben, freuen sich die ehrenamtlichen Akteure.

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Das Verschließen der Luken dient insbesondere dazu, Tauben aus dem Inneren des Gemäuers zu verbannen. Außerdem sollen speziell konstruierte Läden vor den Schallluken die Glockenklänge besser in die Umgebung tragen. Dazu wird unter anderem die Dielung fachmännisch erneuert. Und in der Verbinderetage unter der Türmerwohnung ist geplant, mit Holz den Weg zum Nachbarturm zu ebnen. Nicht, um diesen zu besteigen, sondern um bei Führungen sicheren Zugang zur Gewölbedecke zu bekommen. Den Kompromiss habe man mit den Denkmalschützern gefunden, weil es viel teurer geworden wäre, den Zugang zu mauern, erklärt Fiedler.

Die aktiven Vereinsmitglieder bringen sich in das Projekt in luftiger Höhe wieder mit viel Eigenleistung ein. Zum Beispiel beim Abbau und Abtransport der alten, nicht mehr benötigten Holzteile. Zum Abschluss soll die Türmerwohnung und deren Umfeld nach dem Vorbild des Originals wieder etwas eingerichtet werden, was aber nicht mehr Teil der Förderung ist. Dazu gehören auch Ställe für Kleintiere wie Hühner, Kaninchen oder Ziegen, die sich der Türmer früher dort oben gehalten hat. Einige Teile haben die Kirchenförderer bereits zusammengetragen. Ein paar Dinge fehlen noch.