Osterburg l Schon vor der Ausgabe der Reifezeugnisse gab es gute Wünsche von allen Seiten. Pfarrer Gordon Sethge gab zu bedenken: „Wenn ihr denkt, ihr seid fertig ...“ und wünschte Kraftquellen für den Einzug in die weite Welt.

Claudia Preuschoff und Annette Krüger dankten der Lehrerschaft im Namen der Eltern symbolisch mit einem Baum für die Hege und Pflege der Sprösslinge. Und Schulleiterin Elke Hein lobte in Anlehnung an das Jahrgangs-Motto „Abilymp – auch Götter müssen einmal gehen“ die Orientierung an „göttliche Eigenschaften“. Denn letztlich hatten diese 60 Abiturienten zum Erfolg geführt. Nicht nur das: Skikurs und Abschlussfahrt nach Prag schweißten zusammen. Poetry Slam und Schülerband sprechen für einen besonders engagierten Jahrgang. Und der ging mit der Herausforderung Covid 19 sehr olympisch um. Zwar gab es weder Mottowoche noch letzten Schultag mit Programm, aber die selbstständige Abiturvorbereitung lohnte sich: Gesamtdurchschnitt 2,09! „Der beste Durchschnitt seit Jahren. Die Welt steht euch offen“, betonte Elke Hein. Und den Berufswünschen von Zahnarzt bis Landtechnik nichts mehr im Wege. Fünf Schülerinnen schnitten sogar mit 1,0 ab: Mareike Michaela Krüger, Kim Sophie Miehe, Johanna König, Lena Beichert und Carlotta Schüler.

Es sei eben auf etwas anderes mehr Verlass als auf ein Orakel, und deshalb gab die Schulleiterin gern Immanuel Kants Maxime mit auf den Weg: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) brachte es auf einen anderen Punkt: „Auch wenn Sie nicht vorhaben, die Welt zu verändern, kommen Sie wieder! Wir brauchen Sie.“

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An Tagen wie diesen, so sang Pauline Wiede den Hit der Toten Hosen, wünscht man sich nicht nur Unendlichkeit. Abschiede und Danksagungen bestimmten den Moment. Corinna und Lothar Klein verabschiedeten sich schweren Herzens von zehn Sängerinnen des Schulchores: Aimee Preuschoff, Lisa Knappe, Judy Bock, Lena Beichert, Juana Rennspieß, Annelott Schröter, Carlotta Schüler, Johanna König, Nele Marike Esstedt und Cinthia Joseph. Ein Dank ging außerdem an das Abikomitee. Den T-Shirts der „Götter“ soll am 5. September der Abiball folgen.

Matthias Netal und Ida-Lia Salomon, als Poetry-Slammer bekannt, steuerten mit Okulele nach anderthalb Stunden dem Schlussakkord der Zeugnisausgabe entgegen. „Wir waren ein knuspriger Jahrgang“, stellte Netal schmunzelnd fest und meinte auch die Lehrer. Der Unterricht glich am Ende aufgrund von Corona einem freundschaftlichen Beisammensein. „Irgendwann schreibt man das letzte Wort und weiß, das war‘s jetzt. Das ist also das Ende“, so Netal. „6,3 Millionen Minuten liegen hinter uns. Immer ein Stück näher an die Freiheit, das große Unbekannte.“ Mit einem Gefühl der Unbesiegbarkeit, stieg Salomon darauf ein, wollen sie auf alles schauen, was kommt.

Das Ende, ja, das hatten sie sich anders vorgestellt. Aber immerhin war eine feierliche Übergabe in zwei Durchgängen in der Kirche möglich. Und Lehrer Horst Janas hatte Filme für jeden Schüler und jede Schülerin parat, um die Erinnerung an die Schulzeit am Markgraf-Albrecht-Gymnasium wachzuhalten.