Arneburg l Es sprach sich herum wie ein Lauffeuer. An der Elbe diesseits in Höhe Sandau ist ein riesiger Wels geangelt worden. Riesig, das darf wohl gesagt werden bei einer Länge von 2,10 Meter und rund 60 Kilogramm Gewicht.

Christian Frank hat „den Fisch seines Lebens“ gefangen, so drückt es dessen Freund Sven Marggraf aus. Die beiden Arneburger kennen sich seit Ewigkeiten, einmal im Jahr geht es gemeinsam mit den Familien ans Wasser. Mit Übernachten, so wie vergangenes Wochenende. „Wir sind gezielt auf Wels gegangen“, sagt Marggraf. In der Nacht zu Montag gegen 1  Uhr ging der Wels an den Köder, auf Wurmbündel an Schwimmmontage. „Die Bimmel flog sofort weg, die Angel bog sich bis ganz unten“, erinnert sich Marggraf, der seinen Kumpel sofort über alle Klamotten „und mit halb hinfliegen“ über die Buhne zur Angel rennen sah. Der Wels hing, „war klar, dass es ein Wels ist“. Es folgte ein Drill in erdrückender Schwüle. 40 Minuten hat es gedauert, bis Frank den Fisch schließlich ans Ufer ziehen konnte, wobei eine Plane als rutschige Unterlage beim Anlanden half. „Die Kinder waren total aufgeregt.“ Und die Männer erst. „Der Drilling saß seitlich, wie im Bilderbuch“, so Marggraf.

Zu zweit konnten die Männer den Fisch halbwegs bewegen, „gar nicht so einfach, so ein Wels ist ja auch glitschig“.

Was passiert nun mit dem Koloss? Der wird natürlich gegessen. Schon am nächsten Tag landete ein Filetstück des Welses auf dem Grill. Nicht mit viel Schnickschnack. „Nur Pfeffer, Salz und zum Schluss noch ein bisschen Zitrone“, so Marggraf. Welsfleisch ist köstlich, da sind sich die Männer einig. Dass Frank vorher noch ein Exemplar von 85 Zentimetern gefangen hatte, war nach dem Riesen fast vergessen. Aus den Fischen filettierten sie viel Fleisch, das portioniert in der Tiefkühltruhe landete. „Das ist kein Problem, passionierte Angler haben große Kühltruhen.“

Der Wels muss laut Fischereigesetz Sachsen-Anhalt dem Wasser zwingend entnommen werden. „Es gibt weder Schonzeiten noch ein Mindestmaß“, sagt Gunnar Bahlke, stellvertretender Vorsitzender des Kreisangelvereins Osterburg, dem in 35 Ortsgruppen plus dem Angelverein Neukirchen insgesamt rund 1400 Mitglieder angehören. Hintergrund der zwingenden Entnahme sei, dass sich der Fisch rasant vermehrt hat. Mit einer Speisekarte ähnlich dem Kormoran. So mache der Wels über Fische hinaus auch vor Vögeln keinen Halt. „Dem Fänger ein kräftiges Petri Heil“, so Bahlke.