Groß Garz l Fast 45 Arbeitsjahre liegen hinter Renate Schimmelpfennig. Jahre mit Höhen und Tiefen. Aber die schönen Momente mit ihren Schülern überwiegen. „Wir werden sie vermissen“, sang der Nachwuchs der Groß Garzer Grundschule. Die neue Ruheständlerin versprach, sich in der Einrichtung öfter nach dem Rechten zu erkundigen.

Sie hat nichts bereut. Die Entscheidung, als Lehrerin tätig gewesen zu sein, war die richtige. „Dabei wollte ich eigentlich nicht...“, blickte sie in ihre Schulzeit zurück. „Ich habe Mathe und Chemie sehr gern gemocht.“ Der damalige Schulleiter an ihrer Schule in Geestgottberg, Lothar Kleber, habe ihr zum Lehrer-Beruf geraten. Und sozusagen ihr den Weg gewiesen. So ging es zum Studium. Von 1968 bis 1972. Und anschließend war die Bildungsstätte in ihrem Heimat- und früheren Lernort die erste Station als Pädagogin.

Drei Schließungen miterlebt

Ab August 1972 unterrichtete sie an der Oberschule in Geestgottberg, war neben Lehrerin auch Pionierleiterin, später Schulleiterin. Renate Schimmelpfennig blieb bis zur Schließung 1998 der Geestgottberger Einrichtung treu. „Ich schloss quasi die Schule mit ab“, erinnerte sie sich an einen der bitteren Momente zurück. Dieses Schicksal sollte sich wiederholen. In Krüden und Werben. Doch zunächst war sie in Seehausen tätig. Erst an der Grundschule (1998/99), dann an der Sekundarschule (1999 bis 2002) als Leiterin der Förderstufe. Anschließend unterrichtete die Geestgottbergerin und zweifache Mutter acht Jahre lang an der Grundschule in Krüden (2002 bis 2010), war dort unter anderem auch kommissarische Schulleiterin. Nachdem die Krüdener Stätte dicht gemacht hatte, wechselte sie in das Elbstädtchen Werben. Dort kam im Juli 2014 das Aus für die Grundschule. Die dritte Schließung. „Im Kollegenkreis wurde schon geunkt, wenn Frau Schimmelpfennig kommt, dann besteht die Schule nicht mehr lange...“, hat sie ihren Humor behalten. Deshalb wolle sie „jetzt schnell raus aus Groß Garz“. Das Groß Garzer Kollegium und die Kinder verabschiedeten sie gestern nur ungern in den Ruhestand. Schulleiter Gerald Werner mag ihre ruhige und besonnene Art, wie er in seiner Rede bemerkte. Die über 80 Mädchen und Jungen der einzelnen Klassenstufen bereiteten für die gestrige Abschiedsfeier ein aus Sketchen und Liedern bestehendes Programm vor, schenkten der scheidenden Lehrerin Blumen und Selbstgebasteltes.

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Mehr Zeit für Garten und Angelsport

Nun bleibt mehr Zeit für andere Dinge. Für ihre Hobbies. Die 65-Jährige liebt die Natur, angelt gern. Sie ist mit Ehemann Rüdiger auch Mitglied der DAFV-Ortsgruppe Geestgottberg-Losenrade. Auch das Grundstück und die Gartenarbeit würden nicht zu kurz kommen. Renate Schimmelpfennig möchte sich bei allen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen bedanken. „Ich habe mich überall wohl gefühlt.“