Eichstedt l Auf eine zuverlässige und langjährige Hilfe müssen die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck und die Gemeinde Eichstedt künftig verzichten: Evelin Walter erhielt gestern Vormittag noch einmal lobende Worte und Präsente, ehe die 63-Jährige in den wohlverdienten Ruhestand wechselte. Fast 30 Jahre war sie für die Kommune tätig.

1991 begann die gebürtige Goldbeckerin ihre Arbeit bei der Gemeinde Eichstedt. Damals war sie in einer AB-Maßnahme involviert. In mehreren Trupps hielten die ABMler unter anderem die vielen Grünflächen auf Vordermann. „Das hat mir viel Spaß gemacht“, blickt sie zurück. Auch ein Grund, warum sie eine weitere Maßnahme in Angriff nahm und schließlich einen Arbeitsvertrag der Gemeinde in den Händen halten durfte. „Das war am 2. Mai 1992“, erinnert sich Evelin Walter noch genau an das Datum.

Über mangelnde Arbeit brauchte sich die gelernte Veterinäringenieurin, die vor der Wende beim Rat des Kreises in Stendal beschäftigt war, nicht zu beklagen. Hecken waren zu schneiden, das Denkmal am Eichstedter Friedhof zu säubern, die Blumenrabatte zu pflegen, Rasen zu mähen. Diese sowie andere Aufgaben in Eichstedt und dem benachbarten Baumgarten werden ihr gut in Erinnerung bleiben. Wie auch eine lustige Episode, an die sie gern zurückdenkt. „Eines Tages bereiteten wir uns in der Mittagspause auf dem Dreschweg Suppe zu.“ Am Dreschweg, der von Eichstedt in Richtung Baumgarten führt, war eine Gruppe fleißiger Helfer mit Evelin Walter zusammen, um sich Grünflächen zu widmen. Kurzerhand wurde entschieden, die Pause zu nutzen, um unter freiem Himmel auf einer Art Grill Hochzeitssuppe zu erwärmen und sich diese dann schmecken zu lassen. Oftmals war die dreifache Mutter in der Gemeinde mit dem Multicar oder dem Rasentrecker anzutreffen. „Sie haben alle Namen bekommen.“ Beispielsweise wurde der Multicar „Kuno“ getauft, der Trecker heißt „Willi“.

Später erweiterte sich das Aufgabenfeld von Evelin Walter, die dann auch auf tägliche Tour zur Villa Kunterbunt war. „Am Freitag das letzte Mal“, kam beim Abschied gestern auch etwas Wehmut auf. In der Eichstedter Kindertagesstätte war sie als Reinigungskraft und Hausmeisterin im Einsatz. Eine Arbeit, die ein Unternehmen, das bereits seit zwei Jahren mehrere Tagesstätten und die Grundschulen sauber hält, im Auftrag der Verbandsgemeinde weiterführen wird.

Für Eichstedts Bürgermeister Karlheinz Schwerin war Evelin Walter eine große Unterstützung. „Vor allem stets zuverlässig“, wie er betonte. Während Schwerin einen Gutschein übergab, überreichte Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau Blumen und weitere Präsente. Auch er bedankte sich für die jahrelange Hilfe. Gestern war ihr letzter Arbeitstag. Zukünftig möchte die Eichstedterin mehr Zeit mit ihren drei Enkelkindern verbringen, die in der Nähe beheimatet und gern bei Oma sind. „Zudem haben wir noch ein bisschen Landwirtschaft“, sagt die Ruheständlerin.