Krevese l Mit der Ruine des ba­rocken Gutsverwalterhauses verbinden die beiden Herrenhausbewohner Rainer Kranz und Ralf Engelkamp ambitionierte Pläne. Weil die Reste des 1721 errichteten und zwischen Herrenhaus, Kirche sowie Zugang zum Landschaftsgarten eingebetteten Barockbaus vom Gutshof nicht wegzudenken sind, fassten die beiden Kreveser den Entschluss, die Mauern vor dem engültigen Verfall zu bewahren. Und ihnen nach dem Weckruf aus einem zu­gewucherten „Dornröschenschlaf“ eine neuen Inhalt zu geben. Als „Open-Air-Dorfwohnzimmer“ könnte die Ruine zur Begegnungsstätte für das Dorf, zum Veranstaltungsort für kleine Theateraufführungen und Schaugarten der Gartenakademie Altmark avancieren. Zudem scheint denkbar, auf dem Areal des einstigen Verwalterhauses moderne, mobile Arbeitsplätze für die sogenannten „digitale Nomaden“ anzubieten. Unter diesen Begriff fallen Personen, die faktisch ausschließlich digital arbeiten und zugleich ein ortsunabhängiges Leben führen.

Diese Gedankenspiele um digitale Arbeitsplätze in einer historischen Ruine ergänzen die Pläne um das Verwalterhaus, die bei der Einheitsgemeinde auf viel Gegenliebe stoßen. „Das ist ein sehr wichtiges Projekt in einem der ältesten Dörfer unserer Einheitsgemeinde“, betonte Bürgermeister Nico Schulz (CDU). Auch Osterburg habe einiges für und in Krevese vor, verwies Schulz auf den geplanten Spielplatz auf dem Gutshof sowie einen neuen Wanderweg, der perspektivisch die beiden Nachbardörfer Krevese und Krumke verbinden könnte.

Rückenwind für das „Dorfwohnzimmer“ aus dem Rathaus, vom Landkreis kommt sogar handfeste Unterstützung. Aus dem Programm „Landaufschwung“, das die Inwertsetzung alter Gebäude sowie die weitere Digitalisierung der Altmark vorantreiben soll, fließen 40 000 Euro nach Krevese. Landrat Carsten Wulfänger (CDU) übergab die Förderzusage am Dienstag direkt vor Ort an Christa Ringkamp. Die von ihr geführte Gartenakademie Altmark trägt das Projekt und steht nun mit Engelkamp, Kranz und dem Architekten Tobias Spillner in den Startlöchern, um die Sicherung und Beräumung der Ruine in Angriff zu nehmen. Anfang August könnten die Arbeiten starten, für Ende August/Anfang September ist ein Parkseminar in Planung, dass die Beräumung unterstützen soll. Die gesamte Maßnahme dürfte noch 2019 zum Abschluss gelangen, das „danach“ bleibt abzuwarten. Während Christa Ringkamp sich zuversichtlich zeigte, neue Fördertöpfe finden und öffnen zu können, hoffen Ralf Engelkamp und Rainer Kranz auch auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Wer sich mit einer Spende in die Weiterentwicklung der „Dorfwohnzimmer“-Idee einbringen möchte, kann seinen Betrag auf das Konto DE 3181093034 0000 223 255 der Gartenakademie Altmark bei der Volksbank Gardelegen überweisen. Als Verwendungszweck ist „Spende Dorfwohnzimmer Krevese“ anzugeben.