Touristenbetreuung in Seehausen

Sahnehäubchen zum Wohlfühlpaket

Caravan-Touristen, die Seehausen besuchen, müssen am Wochenende nicht mehr nur mit den Selbstbedienungsterminals hinter der Touristinfo kommunizieren. Es gibt ab sofort auch zwei Ehrenamtliche, die sozusagen mal auf einen Schnack vorbeischauen.

Von Ralf Franke
Damit sich Madleen und ihr Mann Roland Schlaf den Touristen glaubhaft vorstellen können, bekamen sie für die ehrenamtliche Wochenendbetreuung des Seehäuser Caravanstellplatzes von der Leiterin der Tourismusinformation, Doreen Neumann (r.), am gestrigen Donnerstag sogar richtige Dienstausweise überreicht.
Damit sich Madleen und ihr Mann Roland Schlaf den Touristen glaubhaft vorstellen können, bekamen sie für die ehrenamtliche Wochenendbetreuung des Seehäuser Caravanstellplatzes von der Leiterin der Tourismusinformation, Doreen Neumann (r.), am gestrigen Donnerstag sogar richtige Dienstausweise überreicht. Foto: Ralf Franke

Seehausen - Dank der jüngsten Fortschritte an der Corona-Front kann die Stadt Seehausen seit knapp vier Wochen wieder Caravan-Urlauber begrüßen. Das muss sich in der Camper-Gemeinde schnell herumgesprochen haben, denn mit dem Tag der Wiedereröffnung herrschte reges Treiben auf den rund 15 Stellplätzen am Aland-Umfluter. Seit dem 27. Mai zählten die Mitarbeiter der Touristinfo um Leiterin Doreen Neumann 69 Wohnmobile, die für durchschnittlich ein bis zwei Tage mit Schwerpunkt an den Wochenenden am Umfluter parkten.

Mit dem verspäteten Start in die neue Saison kann die Hansestadt den Gästen in ihren rollenden Häusern zu den jüngst gestiegenen, aber im Bundesvergleich noch sehr moderaten Übernachtungspreisen ab sofort einen Service bieten, der die Kommune nichts kostet, die Resonanz bei den Kurzurlaubern aber positiv beeinflussen sollte. Die Seehäuser Madleen und Roland Schlaf haben sich nämlich ehrenamtlich dazu bereiterklärt, an den Wochenenden auf dem Gelände mal nach dem Rechten zu sehen.

Bislang waren die Touristen außerhalb der Woche meist auf sich alleine gestellt, was mit Selbstbedienungsterminals für Trink- und Abwasser, für Strom oder Müll sowie einer Kasse des Vertrauens für die Stellplatzgebühren meist auch leidlich klappte und weiter so funktionieren soll. Denn einen Hausmeisterservice bietet das Ehepaar, das in Sichtweite am Köppenberg wohnt, nicht an. Aber die beiden sind Ansprechpartner, erklären, wo es Sonntagsbrötchen gibt oder welche Ausflugsziele sich anbieten. Sie verfügten zudem über Infomaterial der Stadt und könnten nicht zuletzt Anregungen der Kurzurlauber entgegennehmen, zählt Doreen Neumann nur ein paar Beispiele auf. Für die Touristinfo-Chefin sind die gelernte Erzieherin und der Berufssoldat quasi das Sahnehäubchen des kommunalen Caravan-Services, das den Gästen hilft, sich wohler zu fühlen, diese animiert wiederzukommen und positive Empfehlungen zu Seehausen und zur Region in die weite Welt zu tragen.

Und was ist die Motivation für das Engagement? Das lässt sich leicht mit einem abgewandelten Zitat von John F. Kennedy beantworten: „Frage nicht, was deine Stadt für dich tun kann, sondern, was du für deine Stadt tun kannst.“