Werben l In die Werbener Salzkirche zieht kurz vor dem Pfingstfest Leben ein. Der Theater­fotograf Christian Brachwitz, der nicht nur mit einer Frau aus dem Elbstädtchen den Bund fürs Leben einging, sondern sich auch in den Ort und die Landschaft verliebte, stellt seine Kunst aus. Etwa 20 großformatige Bilder können ab 30. Mai in der Salzkirche bewundert werden.

Die „Kultour-Spur“ des Wische-Vereins wurde wegen der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen aus dem Veranstaltungskalender gestrichen. Die Brachwitz-Ausstellung war ein Teil dieser Veranstaltungsreihe, die zum vierten Male in Folge an verschiedenen Orten der Region ausgetragen werden sollte. Die Werbener wollen jedoch mit der geplanten Ausstellung versuchen, einige Leute anzulocken und laden zum kommenden Sonnabend ein. „Wir haben gesehen, dass jetzt wieder langsam die Radfahrer durch Werben kommen, schauen und interessiert sind“, sagt der Berliner Christian Brachwitz. Die Initiatoren hätten etwas abgewartet und nicht schon vor einigen Wochen die Schau verworfen. Zudem gab auch Bürgermeister Bernd Schulze grünes Licht für die erste Ausstellung von Christian Brachwitz an der Elbe.

„Das hatte ich mir schon immer mal vorgenommen“, sagt er zur Premiere. Denn Werben ist für ihn zu einem Ort geworden, an dem er Kraft für den Alltag tankt und mit dem er schon über 25 Jahre verbandelt ist. Der gebürtige Dessauer ist schon lange kein Unbekannter in der Hansestadt. Zusammen mit seiner aus Werben stammenden Ehefrau entschloss er sich 1993, ein Grundstück als Zweitwohnsitz zu erwerben. Und so fühlen sich die beiden Großstadtmenschen in Werben wohl, kommen so oft es geht von Berlin in die östliche Altmark.

„Die meisten kennen mich nur mit dem Spaten in der Hand, als Gartenfreund.“ Christian Brachwitz wurde bei der Gartenarbeit von den Einwohnern öfter mal angesprochen, und so kam es auch zur Frage, was er denn beruflich so treibe. Brachwitz, 1953 geboren, ist seit 40 Jahren als Theaterfotograf tätig. Nach seinem Abi verschlug es ihn in die Hauptstadt. „Zu DDR-Zeiten arbeitete ich für die Kulturzeitung ,Der Sonntag“, erzählt er. Die Wochenzeitung wurde vom Kulturbund der DDR herausgegeben. Eines Tages erhielt er den Auftrag, für ein Titelbild in das in Berlin ansässige Deutsche Theater zu fahren, um ein neuinszeniertes Stück auf der Bühne in Fotos festzuhalten. Dort traf er auf Alexander Lang. Dieser stieg damals in die erste Reihe der DDR-Regisseure auf. Brachwitz arbeitete seit diesem Tag mit dem bekannten Schauspiel-Regisseur zusammen. Und war bei vielen Inszenierungen dabei. Mit den Jahren hat sich Brachwitz in Deutschland und Österreich einen Namen gemacht.

Ausstellungen seiner künstlerischen Bilder sind rar. Aber für die Werbener macht er das gern. „Es war ja auch schon lange geplant“. 20 großformatige Fotos werden die Salzkirche, die schon öfter als kultureller Ort im Blickpunkt stand, jedoch in diesem Jahr erstmals, schmücken. Dabei seien es weniger die „dokumentarischen Sachen als vielmehr die Weiterentwicklung des Materials“, informiert Christian Brachwitz und fügt hinzu, dass es sich für ihn als äußerst schwierig erwies, eine Auswahl aus seinem immens großen Bildarchiv für die Ausstellung zu treffen.