Räbel l Die direkt am Elbdeich idyllisch gelegene Räbeler Kirche war ständig Feuchtigkeit ausgesetzt, was speziell den Chorraum schädigte. Abdichtungsmaßnahmen gab es keine. Das soll sich ändern. Zu den Sanierungsaufgaben an der gotischen Kirche, die sich zu einer Radfahrkirche am Elberadweg und dementsprechend zu einem Kleinod entwickeln soll, gehört der Rückbau des dortigen Deichabschnittes, um den Chorbereich trockenzulegen.

Nach der Sanierung des Fachwerkturmes, der Neueindeckung des Daches und der schon teilweisen Sanierung der Backsteinmauern geht es mit dem Rückbau des Deiches weiter. Vorher war der Chor direkt in den Deich eingebunden, was zur totalen Vernässung des Mauerwerkes führte. Die Wandbereiche des Bauwerks sind besonders stark durch die ständige Feuchte- und Salzbelastung gekennzeichnet, heißt es im Gutachten. Die Studie nahm Dipl-Ingenieurin Katrin Wude, damals bei der Fachhochschule Potsdam, vor. Die Palette der vorgefundenen Schäden reichte von Verunreinigungen über biologischen Bewuchs und verschiedenen Rückwitterungsformen bis hin zum Totalverlust der Ziegel außen beziehungsweise des Putzes innen.

Die Kirchengemeinde ist froh, dass der Baufortschritt erkennbar ist. „Es ist eine riesige Maßnahme, die weit über die ursprünglich gedachten Arbeiten hinausgeht“, ist Jochen Hufschmidt, der sich viele Jahre im Gemeindekirchenrat und im Bauausschuss der Kirchengemeinde engagierte und mit der Historie vertraut ist, erfreut über den aktuellen Stand. Vieles ist bereits ausgemerzt. Die aktuelle Trockenlegung zählt zu den bedeutendsten Aufgaben der Sanierungskur. Im Chorraum traten laut der Studie die größten Schäden auf. Die Kirchengemeinde hofft, dass die Außenarbeiten am Gemäuer recht zügig vonstatten gehen. Kirchenbaureferent Marco Schönhoff hat das Ziel für dieses Jahr nicht aus den Augen verloren: „Die Schwergewichtswand soll noch in diesem Jahr eingebaut werden.“ Jene aus Stahlbeton-Elementen bestehende Wand vor der Ostseite der Dorfkirche werde vor Ort gegossen und solle anschließend noch verblendet werden. Im Vorfeld wurde bei den Verantwortlichen auch über eine Spundwand nachgedacht, bei der „der Kraftaufwand voraussichtlich erheblicher gewesen“ und dadurch Erschütterungen nicht auszuschließen gewesen wären. Wenn diese beendet sind, werden die Arbeiten im Inneren des Bauwerks fortgesetzt. Wände, Decken, Fußboden sollen ebenfalls aufgearbeitet werden. Neue Fenster wurden bereits eingebaut.

Die Lage am Deich und somit am beliebten Elberadweg würde ganz eindeutig für das Gotteshaus als offene Radwegekirche sprechen. Das hat sich die Kirchengemeinde zum Ziel gesetzt.