Seehausen l Dass die Verbandsgemeinde Seehausen als finanzschwache Kommune in den Genuss von Zuschüssen über das Schulinfrastrukturgesetz Sachsen-Anhalt kommen soll, steht schon länger fest. Immerhin vor fast zwei Jahren informierte der Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt seine Mitglieder bereits über entsprechende Pläne, die beim Bund nur noch in einer Richtlinie festgezurrt werden sollten. Jetzt kann die Kommune, die mit Seehausen und Groß Garz Träger von zwei Grundschulen ist, offenbar mit dem Geld planen. Die Baumaßnahmen sollen 2020 bis 2022 über die Bühne gehen und abgerechnet sein.

Der Verwendungszweck darf von den Empfängern großzügig ausgelegt werden. Es sind nahezu alle Investitionen in die Infrastruktur der Bildungseinrichtungen möglich außer in sogenannte IT-Technik. Für die digitale Lernunterstützung gibt es eigene Zuschüsse.

Schallschluckende Decke und Wände für Turnhal

Mit dem zehnprozentigen Eigenanteil stehen der Verbandsgemeinde dafür knapp 240.000 Euro zur Verfügung. In ihrer jüngsten Sitzung bestätigten die Mitglieder des Verbandsgemeinderates den Verwendungszweck noch einmal per Beschluss.

Demnach soll das Geld jeweils punktuell für wichtige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in die beiden Turnhallen gesteckt werden. In Seehausen geht es vor allem darum, die Akustik der Sportstätte zu verbessern. Der Schalleffekt sei so groß, dass die Lehrer mit ihrer Stimme und normaler Lautstärke kaum zu den Schülern durchdringen und selbst ein Flüstern widerhallt, heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage.

Abhilfe soll eine schallschluckende Zwischendecke bringen, die in dem Zusammenhang gleich mit energiesparender LED-Beleuchtung ausgestattet wird. Schall- und damit auch wärmeisolierende Verkleidungen sind auch an den Wänden vorgesehen. Den Hallenboden, so Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, wolle man vorerst nicht anfassen. Der sei noch in einem akzeptablen Zustand.

Fördermittel könnten am Ende knapp werde

In Groß Garz geht es darum, Nässeschäden, wie sie nach den schweren Niederschlägen im Spätsommer 2017 aufgetreten waren und die Nutzung der Halle bis ins Frühjahr massiv behinderten, nicht noch einmal zuzulassen. Mittlerweile ist die Halle mit Hilfe von Luftentfeuchtern wieder trockengelegt. Gesundheitsschädliche Auswirkungen wie zum Beispiel durch Schimmelbefall soll es nicht gegeben haben.

Obwohl nach diversen Kontrollen des Erdreiches mittlerweile feststeht, dass die Feuchtigkeit „nur“ der hohen Niederschlagsmenge zu verdanken war, das Gebäude nicht etwa in einer Wanne aus wasserundurchlässigen Schichten erbaut wurde und alle Abflüsse im Umfeld wieder ihren Dienst tun, soll die Dichtheit des Mauerwerks überprüft, mit einem isolierenden Anstrich erneuert und drainiert werden.

Ohne die Entwicklung der Preise in die eine oder andere Richtung vorhersagen zu können, gehen die Kostenschätzungen für Seehausen derzeit von 170.000 und für Groß Garz von 97.000 Euro aus. Womit das Budget bereits um etwa 27.000 Euro überschritten wäre.

Weil in der Groß Garzer Sporthalle nach menschlichem Ermessen derzeit keine Gefahr durch neue Nässe droht, folgten die Räte Kloths Anregung, zuerst Seehausen auf die Agenda zu heben und dann Groß Garz in Angriff zu nehmen.