Krüden l Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses um Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt setzten die Renaturierung des Gewässers auf den Plan. Heißt: Das Bauamt der Verbandsgemeinde Seehausen wird damit beauftragt, aus der Idee mittelfristig vielleicht ein Projekt zu schmieden oder zumindest erst einmal die Machbarkeit, mögliche Kosten und eventuelle Fördermöglichkeiten auszuloten. Das Vorhaben würde sich wahrscheinlich auch gut für eine Ausgleich- und Ersatzmaßnahme für Straßenbauvorhaben anbieten, wenn Flächen versiegelt und der Natur entzogen werden. So wie bei der geplanten Autobahn.

Der Tümpel und dessen Ufer hätte eine Kur ohne Zweifel nötig. Einst durch einem Zweig der Familie von Jagow ausgehoben, die 1606 den Grundstein für das Gemäuer legte, wurde das Gewässer zu DDR-Zeiten über viele Jahre quasi als öffentliche Klärgrube genutzt und ist zu großen Teilen verlandet. Der Bürgermeister weiß auch, dass das Gewässer mit natürlichem Zu- und Abfluss schon bessere Zeiten mit einem ordentlich Fischbesatz erlebt hat. Der Aushub des nierenförmigen Teils hinter dem Schloss wurde seinerzeit übrigens ebenso nierenförmig in der Nachbarschaft abgelegt, um die Gebeine in der Familiengruft aufzunehmen, weiß Marcus Rudloff, der das Schloss inzwischen für seine Teemanufaktur gekauft und sich intensiv mit der Geschichte des alt-ehrwürdigen Gemäuers beschäftigt hat. Er weiß auch noch von Zeitzeugen, die den Teich als Badestelle mit Steg, Insel und Teehäuschen kennen.

Ob dieser Zustand wieder hergestellt wird, ist offen und am Ende eine Kostenfrage. Ebenso die Frage, wie weit die Sanierungsabsichten an anderen Teilen des verbreiterten Augrabens bei Krüden reichen.