Iden l Mit Begrifflichkeiten wie Gemeinderatssitzung, Kommunalpolitik oder „Epaper“ waren Marc, Nico, Tine oder Jill am Mittwochmorgen nicht zu begeistern. Den Drittklässlern der Idener Grundschule, die genau wie die Viertklässler aktuell an einem „Schule-macht-Zeitung-Projekt“ (SchmaZ Junior) teilnehmen, kann so etwas noch nicht anheben. Was längst nicht heißt, dass sie kein Interesse an der Zeitung haben. In den ersten drei Tagen, die sie die Osterburger Volksstimme jetzt (für zwei Wochen) in die Schule geliefert bekommen, ist ihnen schon einiges aufgefallen. Zum Beispiel, dass es eine Kinderseite gibt, Rätsel auch und einen Sportteil. Dass man manchmal Bekanntes auf einem Bild sieht. Und dass es auch immer wieder diese „traurige Seiten“ gibt, die mit den Todesanzeigen. Die stehen aber auf einem ganz anderen Blatt, gehören nicht zum so genannten redaktionellen Teil. Was man auch daran sieht, dass man für eine Todenanzeige in der Zeitung Geld bezahlen muss. Aha.

18 Lokalredaktionen hat die Magdeburger Volksstimme, eine Printauflage von rund 155.000 Ausgaben täglich, dazu rund 5000 Bezieher eines Epaper-Abos – an der Tafel stand, was die Mädchen und Jungen schon von ihrer Lehrerin Manuela Marquardt über die Volksstimme gehört haben. Aber Epaper? Was soll das sein? Die Zeitung, genauso wie sie auf Papier gedruckt wird, nur im Internet lesbar, quasi online zu blättern. Online, schon wieder so ein Wort. Gar nicht so ohne, das alles.

Schon besser die Frage, was ein Journalist denn alles für seine Arbeit braucht: Ein Auto, das war den Schülern ganz schnell klar. Und eine Kamera. Oder am besten zwei. Denn nichts ist schlimmer, als wenn „Schreiberlinge“ während eines Termins bemerken, dass sie die Chipkarte im Kartenlesegerät vergessen haben. Oder dass die Batterien zur Neige gehen. Also lieber zwei Kameras. „Und wenn die zweite auch nicht funktioniert?“ Kann immer noch das Handy mit Fotoaufnahmefunktion eine letzte Rettung sein. Dann braucht es noch einen Schreibblock und viele Stifte, am besten nicht nur Kugelschreiber, sondern auch noch einen Bleistift. Warum? „Der schreibt immer“, rief Tine in den Raum.

Woher kommen die Themen? Ein Journalist muss neugierig sein, immer mit offenen Augen durch die Welt fahren, selber „Themen setzen“, wie es heißt. Aber er ist auch auf Informationen von außen angewiesen. Denn wie erfährt die Volksstimme von einem Tag der offenen Tür in der Idener Schule? „Die Schule ruft bei der Zeitung an.“ Genau! Wenn sich in einer Gemeinde mehr Menschen mit relevanten Belangen bei der Zeitung melden, steht die Gemeinde ganz automatisch auch mehr in der Zeitung.

Journalisten erfahren durch ihre Arbeit sehr viel von ihrer Gegend, sehen Dinge, die andere vielleicht nicht zu Gesicht bekommen. Aber da sind auch diese unregelmäßigen Arbeitszeiten, viele Abendtermine. Und das viele Schreiben. Allein deswegen möchte Jill lieber nicht zur Zeitung gehen, sondern Kindergärtnerin werden. Marc ein Bauer, Elias Lkw-Fahrer und Kimberly Pferdepflegerin. Im Rahmen von „SchmaZ“ werden sich die Schüler trotzdem an einen Text wagen. Am besten, das Thema interessiert sie brennend.