Werben/Winterfeld l Die Schornsteinfegerinnung Altmark hat kürzlich während ihrer Jahreshauptversammlung in Winterfeld einen neuen Vorstand gewählt. Darunter sind zwei neue Gesichter und mit Torsten Schatz auch ein Werbener. Der 44-Jährige fungiert von nun an als Stellvertreter des Obermeisters Olaf Krägermann aus Diesdorf, der in seinem Amt bestätigt wurde. Schatz löst Bernd Raffel aus Arendsee ab, während Christian Plettner aus Dambeck im Vorstand nun erstmals die Aufgabe des Technikers innehat, die bis dato Bernd Kawitzke aus Bismark ausübte. Im Vorstand bestätigt wurden darüberhinaus Kassenwart Michael Schebesch aus Kricheldorf sowie der so genannte QMUM-Beauftragte Thorsten Meier aus Stendal/Arnim.

Torsten Schatz hat damit wahrgemacht, was er im Zusammenhang mit seinem Rücktritt als Werbener Stadtratsmitglied angekündigt hatte: Er möchte sich wieder mehr um berufliche Belange kümmern, zumal ihm die Stadtratsarbeit zuletzt einfach keinen Spaß mehr gemacht habe. „Ich vermisse nichts“, so Schatz. „Es kommt auch genug an Innungsarbeit auf mich drauf zu.“ Weiterbildungen organisieren, den Austausch unter den Kollegen fördern, das Innungsleben hoch halten.

Zwei Frauen unter 25 Innungsmitgliedern

Wie Schatz mitteilt, ist die Schornsteinfegerinnung Altmark die kleinste deutschlandweit. Sie stellt trotzdem mit dem Gardelegener Torsten Kiel für Sachsen-Anhalt den Landesinnungsobermeister. Die Innung hat 25 Mitglieder, die im Bereich der Landkreise Stendal und Salzwedel tätig sind. Mit Swantje Meier aus Diesdorf und Janine Bachmann aus Stendal sind auch zwei Frauen unter den Mitgliedern, wobei alle Mitglieder vom Landesverwaltungsamt bevollmächtigte Schornsteinfeger sind. Das heißt, dass sie über die freien Tätigkeiten wie Kehren und Messen hinaus auch die hoheitlichen Aufgaben wie die Feuerstättenschau und sonstige Abnahmen übernehmen. In Bezug auf diese freien Arbeiten gab es nach einem EU-Klageverfahren im Jahr 2013 eine Gesetzesänderung in Deutschland. „Für diese Arbeiten können sich die Kunden den Schornsteinfeger nun aussuchen“, so Schatz. „Viel hat sich aber dadurch bei mir nicht verschoben.“ Andere Kollegen hätten mehr zu kämpfen. Die Gesetzesnovelle betrifft aber auch die hoheitlichen Aufgaben. Während ein bevollmächtigter Schornsteinfegermeister seine Bevollmächtigung vorher mit ins Rentenalter nahm, so er sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, müssen sich nun auch die Bevollmächtigten alle sieben Jahre einem europaweiten Wettbewerb stellen. Der Kehrbezirk Werben 1509003 wurde 2016 ausgeschrieben. Neben Schatz‘ Bewerbung auf „seinen“ Bezirk gab es noch zwei weitere, Schatz konnte sich durchsetzen. „Da gibt es eine richtige Ausschreibematrix, ein Punktesystem, wonach bewertet wird.“ Man müsse sich schon erstmal daran gewöhnen.

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Rund 2500 Haushalte in Betreuung

Schatz arbeitet seit 28 Jahren im Kehrbezierk Werben. Er absolvierte seine Lehre bei Schornsteinfegermeister Uwe Joensson und wurde 1993 vom damaligen Innungsobermeister – und nun zum Ehrenobermeister ernannten – Karl-Heinz Kiel als Schornsteinfegergeselle freigesprochen. 1998 hatte Schatz seinen Meisterbrief in der Hand, er betreut 2500 Haushalte. Der Werbener ist seit zehn Jahren Mitglied der Innung und so lange auch Bevollmächtigter.

Zu den zunächst ungewohnten neuen Gesetzlichkeiten in der Schornsteinfegerzunft passe der Spruch auf den Wimpeln der altmärkischen Innung wie die Faust aufs Auge: „Wer sich erinnert, dem gehört die Vergangenheit. Wer sich verändert, dem gehört die Zukunft.“