Osterburg/Flessau l Mit der Bewilligung von 2,3 Millionen Euro aus einem Fördertopf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Jahr 2014 war die Investitionssumme für den Flessauer Bildungs- standort inklusive finanziellen Eigenanteils der Kommune auf 2,6 Millionen Euro festgesetzt.

Mehrbedarf wird aus Haushaltsmitteln gedeckt

Doch seitdem sind die Baupreise in die Höhe geschossen. Diese Entwicklung, unter der auch andere regionale Großprojekte wie die Sanierung des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums zu leiden hatten, machte vor der Flessauer Baustelle nicht halt. Höhere Baupreise als gedacht, dazu noch Rechnungen für notwendige Nachschläge, ließen die Kosten um insgesamt 348.000 Euro hochschnellen, informierten Bürgermeister Nico Schulz und Kämmerer Detlef Kränzel in dieser Woche sowohl im Bau- als auch im Finanzausschuss. Für Schulz schmecke die spürbare Mehrausgabe zwar wie ein saurer Apfel. Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass die Einheitsgemeinde 2014 von einer 90-prozentigen Förderung profitierte. „Selbst jetzt, unter Einbeziehung der zusätzlichen 348.000 Euro, ist der Förderanteil also immer noch beträchtlich“, sagte er.

Laut Bürgermeister und Kämmerer wurden verschiedene Positionen im laufenden Haushalt zusammengestrichen oder gekürzt, um den Mehrbedarf für das Flessauer Projekt decken zu können. Dabei hat es sich durchweg um Ausgabepositio­nen gehandelt, die in diesem Jahr ohnehin nicht mehr verwirklicht worden wären. Ein Beispiel dafür ist die ursprünglich vorgesehene Fassadensanierung an der Osterburger Grundschule. Die wäre für 2019 gestrichen worden, weil aktuelle Kosten­ermittlungen aufzeigten, dass die im Haushalt dafür eingestellten Gelder bei weitem nicht ausgereicht hätten, sagte Kränzel. Ebenso seien der vorgesehene Müllplatz an der Neuen Straße in Flessau, die Planungskosten für die Schulküche in Flessau oder auch Investitionen am Dorfgemeinschaftshaus Dobbrun sowie eine neue Uchtebrücke in Wals­leben für dieses Jahr hinfällig und die dafür eingeplanten Mittel entsprechend verfügbar, nannte der Kämmerer weitere „Geldquellen“. Nicht zuletzt habe die Kommune auf 56.000 Euro Mehreinnahmen aus der Kommunalen Investpauschale des Landes zurückgegriffen, um das Finanzloch im Flessauer Großprojekt zu stopfen, machte Detlef Kränzel deutlich.

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Restarbeiten in vier Klassenräumen

Fast zwei Jahre nach dem Baubeginn Anfang 2018 nähern sich die Arbeiten in Flessau allmählich dem Ende. Laut Bauamtsleiter Matthias Köberle steht im Unterrichtsgebäude unter anderem noch die Fertigstellung von vier Klassenräumen aus. Zudem sollen die Flurbereiche malermäßig überarbeitet werden. Der Abschluss der Arbeiten im Unterrichtsgebäude ist für den 20. Dezember anvisiert. Noch in diesem Monat sollen die Arbeiten in der Sporthalle enden. Die Endmontage im Sanitärbereich sowie ausstehende Malerarbeiten in den Geräteräumen sowie im Sozial- und Eingangsbereich soll bis zum Freitag, 29. November, ihren Abschluss finden.

Im neuen Foyer stehen bis zur für den 20. Dezember geplanten Fertigstellung noch Maler- und Fliesenarbeiten sowie die Inbetriebnahme des Aufzuges auf der Agenda, im Mehrzweckraum sollen bis zum 31. Januar 2020 Bodenbelags-, Maler- sowie Fliesenarbeiten in Küche und Sozial- sowie Sanitärräumen erledigt sein.

Bei den Außenanlagen soll der Bereich Schulgebäude/Sporthalle inklusive Umfahrt und Freiflächen bis zum 6. Dezember fertiggestellt werden. Noch etwas länger dauert es mit dem Schulhof. Die dortigen Arbeiten, die auch die Erneuerung des Leitungssystems sowie die Hofbeleuchtung beinhalten, könnten bis zum 15. März über die Bühne gebracht werden. Für den 30. April rechnet Matthias Köberle dann mit dem Abschluss der letzten Arbeiten. Dabei handele es sich um die Einrichtung einer Spielfläche mit verschiedenen Geräten, Bolzplatz und sechs Meter hohen Ballfangnetzen, informierte der Osterburger Bauamtsleiter.