Falkenberg l Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, treffen sich die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren aus dem Ausrückebereich „Altmärkische Wische“ zu Schulungen mit praktischen Ansätzen, ohne gleich Anspruch auf eine Übung zu erheben.

Sonnabend trommelte der Leiter des Ausrückebereiches Olaf Günther die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren Falkenberg, Wendemark, Lichterfelde, Schönberg und Neukirchen zusammen, um die Biogasanlage in Falkenberg in den Fokus zu rücken. Reichlich 30 aktive Brandbekämpfer folgten der Einladung, um das wichtige Thema im dritten Anlauf auf den „Lehrplan“ zu bringen. Im Herbst 2017 hatte die Aktion erst kurzfristig abgesagt werden müssen, weil da gerade die Maisernte eingefahren wurde, damit das Blockheizkraftwerk das Jahr über mit Methangas versorgt werden kann, woraus gleich vor Ort Strom zum Einspeisen ins Netz und Abwärme für eine Hackschnitzeltrocknung gewonnen wird.

Sonnabend hatten die Betreiber der Falkenberger Anlage den Feuerwehrleuten mit Friso Reinecke von EnviTec Biogas einen ausgewiesenen Fachmann zur Seite gestellt, der über diese Art der alternativen Energiegewinnung im Allgemeinen und auf die Details der Falkenberger Anlage im Besonderen Auskunft geben konnte. Wobei der Gefahrenabwehringenieur das bestätigte, womit Olaf Günther die Aufmerksamkeit der Ausbildungsteilnehmer eingefordert hatte: Jede Anlage ist anders. Was nicht nur eine Frage des technischen Fortschrittes, sondern auch der örtlichen Verhältnisse ist.

Bilder

Nach dem theoretischen Teil bei der gastgebenden Feuerwehr und einer Frühstückspause ging es in die Anlage, wo Reinecke die Feuerwehrleute darüber informierte, wie sie auf das gesicherte Gelände kommen, wie die Anlage vom Silo über die Mais-Gülle-Mischanlage, den Fermenter und das Blockheizkraftwerk bis zum Gärrestelager funktioniert, wann automatische Sicherheitseinrichtungen zum Beispiel für das kontrollierten Abfackeln des Gases anspringen, wo manuelle Ausschalter zu finden sind und vor allem wo im Ernstfall Gefahren durch Vergiften, Ersticken aber insbesondere durch explosive Gasgemische lauern. Und das alles in der Hoffnung, dass niemand der Einsatzkräfte sein frisch erworbenes Wissen jemals im Ernstfall anwenden muss.